ONE

Welcome - Grenze der Hoffnung

Zu Fuß durchquert Bilal (Firat Ayverdi), ein kurdischer Flüchtling aus dem Irak, ganz Europa. Ziel des 17-Jährigen ist England, wo seine große Liebe Mina (Derya Ayverdi) demnächst mit einem Cousin zwangsverheiratet werden soll. Doch in Calais scheint der talentierte Fußballer, der von einer Profikarriere in der britischen Premier League träumt, am Ende seiner Reise angelangt zu sein: Polizei und Grenzbeamte kennen alle Tricks, um illegale Einwanderer abzufangen. Dabei trennen Bilal nur schlappe 20 Seemeilen von der nächsten englischen Stadt. Entschlossen beginnt er im örtlichen Hallenbad mit dem Schwimmtraining. Bademeister Simon (Vincent Lindon), einst Olympiasieger im Kraulen, hat Mitleid mit dem couragierten Jungen und unterstützt dessen waghalsigen Plan. Zunächst will Simon mit seiner politisch korrekten Tat nur seine geschiedene Frau Marion (Audrey Dana) beeindrucken, die ehrenamtlich für die Flüchtlingshilfe tätig ist. Doch je besser er den jungen Kurden kennenlernt, umso mehr freunden sich die beiden an. Bilal geht bei ihm ein und aus, doch das ist verboten. Simon wird von einem spießigen Nachbarn denunziert und muss sich vor Gericht verantworten. Für seine Zivilcourage bei der Unterstützung eines illegalen Flüchtlings drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Mit einem Neoprenanzug und dem Mut der Verzweiflung schwimmt Bilal unterdessen los. Das unsentimentale Migrantendrama wirft einen nüchternen Blick auf die Mechanismen gesellschaftlicher Abgrenzung. Mit Vincent Lindon als Schwimmlehrer und Firat Ayverdi in der Rolle des verzweifelten Asylanten zeichnet Philippe Lioret ('Die Frau des Leuchtturmwärters') das berührende Porträt einer Freundschaft, die sich im alltäglichen Klima der Angst behauptet. Trotz seiner unmissverständlichen politischen Botschaft erinnert 'Welcome - Grenze der Hoffnung' nicht an konstruierte Agitprop.

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