Das Erste

Boris Becker - Der Spieler

DokumentarfilmD 201790 Minuten 

Am 7. Juli 1985 gewinnt ein 17-Jähriger aus Leimen Wimbledon. Die Zuschauer jubeln, im Stadion, vor den Fernsehschirmen. Es ist die große Zäsur, die Boris Beckers Leben verändert und Deutschland in einen Jubel versetzt wie lange nicht mehr. Mit dem Ruhm kommen die Erwartungen, Einladungen vom Bundespräsidenten, vom Bundeskanzler, vom Papst. Zeitweise die Nummer eins im internationalen Tennis, erspielt sich Becker 25 Millionen an Preisgeldern zum Preis einer Jugend in Fremdbestimmung. Mit 31 Jahren beschließt er sein Karriereende. An diesem ersten Leben wird gemessen, was dann noch kommt. Wie geht er um mit der Erkenntnis, niemals wieder etwas so gut zu können wie Tennisspielen und trotzdem dauerhaft für seine Lebensleistung bewundert zu werden?

Das Jahr 2017 ist ein in jeder Hinsicht besonderes Jahr für Boris Becker. Im Sommer gerät er in die Schlagzeilen, er sei pleite, im August tritt er ein Ehrenamt im deutschen Tennisbund an, im November wird er 50 Jahre alt. Die beiden Filmautoren begleiten Becker in diesen Monaten und erleben ihn als Privatier, Coach, Geschäftsmann, Pokerspieler sowie als Ehemann und Vater ebenso wie Begegnungen mit John Mc Enroe und Fürst Albert von Monaco. Heute lebt Becker in Wimbledon, es ist seine Wahlheimat. "Nie wieder Leimen" habe er sich damals geschworen, sagt er im Interview. Wer ist Boris Becker? "Mein Leben ist Wahnsinn. Seit 30 Jahren lebe ich öffentlich und zahle meinen Preis."

Der Film "Boris Becker - Der Spieler" ist nicht nur ein Porträt, sondern auch Psychogramm und Heldenreise eines Deutschen, den das Land nicht loslässt. Zu Wort kommen u. a. seine ehemaligen Trainer Günther Bosch und Ion Tiriac, die Tennisspieler Claus-Uwe Steeb und Michael Stich, seine Mutter Elvira Becker sowie seine Ehefrau Lilly Becker und seine ehemalige Ehefrau Barbara Becker.

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