Wolke 9

Wolke 9

Inge (Ursula Werner) und Werner (Horst Rehberg) sind seit mehr als dreissig Jahren miteinander verheiratet. Im Rentenalter angekommen leben sie in ihrer bescheidenen Wohnung in einer zwar liebevollen, aber auch festgefahrenen Ehe einen gemächlichen Alltag. Der ehemalige Lehrer Werner, ein eher stiller Typ, schätzt die Ruhe und beschäftigt sich am liebsten mit seinen Tonbandaufnahmen von Zügen. Die gesellige Inge ist Mitglied im örtlichen Gesangsverein und verdient sich als Schneiderin ein Zubrot. Durch diese Arbeit macht sie die Bekanntschaft des Witwers Karl, eine Begegnung, die ihr gleichförmiges Leben aus dem Tritt bringt. Der 76-jährige Karl (Horst Westphal) und Inge beginnen eine leidenschaftliche Affäre. Das Wiedererwachen ihrer Sexualität lässt Inge aufblühen, eine Veränderung, die ihrer Umgebung nicht verborgen bleibt. Als Tochter Petra (Steffie Kühnert) der Mutter ein Geständnis entlockt, ist sie empört, rät ihr aber, den Vater in seinem eigenen Interesse weiter zu belügen. Doch so sehr Inge die heimlichen Treffen mit Karl geniesst, sie leidet zunehmend unter ihren Schuldgefühlen. Und als ihre aussereheliche Beziehung sich über den Sex hinaus immer mehr zu einer Liebesgeschichte entwickelt, bricht sie ihr Schweigen und sagt Werner die Wahrheit. Ihr Geständnis löst eine Welle tragischer Ereignisse aus. Andreas Dresen (Halbe Treppe) wurde mit Wolke 9 an das Filmfestival von Cannes eingeladen. Hier gewann der Film den Preis Coup de Coeur und wurde bei der Premiere mit einer zehnminütigen Standing Ovation gefeiert. Für den Regisseur und seine drei Hauptdarsteller war dieser Erfolg die Belohnung für eine monatelange intensive Zusammenarbeit und ein künstlerisches Wagnis. Das Thema hatte mich seit einiger Zeit stark beschäftigt sagt der Dresen im Interview, einerseits leben wir in einer Epoche, in der die Menschen immer älter werden, anderseits kommen alte Menschen in Film und Fernsehen so gut wie nie vor.

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