Wernher von Braun - Der Raketenmann

Wernher von Braun - Der Raketenmann

GeschichtsportraitD  

Man hat Wernher von Braun (1912 - 1977) mit vielen Superlativen bedacht: 'Kolumbus des Weltalls', 'wichtigster Raketenforscher', 'Vater des Mondflugs'. Doch der Ruhm als Raumfahrtpionier, als 'treibende Kraft' beim Bau der Mondrakete 'Saturn V' ist nur eine Seite seiner Biografie. Wernher von Braun paktierte auf dem Weg in den Weltraum mit dem NS-Regime. In Hitlers Vernichtungskrieg baute der versierte Techniker und Organisator für den Diktator 'Vergeltungswaffen'. Tausende von Zwangsarbeitern starben beim Bau der Anlagen und der Herstellung der von ihm konstruierten V2-Rakete, Tausende von Zivilisten wurden bei ihrem Einsatz getötet. Später rechtfertigte sich von Braun damit, er habe eigentlich immer den Mond im Blick gehabt, sei nur für die Konstruktion, nicht aber für die Verwendung der Rakete verantwortlich. Nach Kriegsende konnte er seine Karriere in den USA fortsetzen, wo er zunächst Atomraketen für die Supermacht baute. So war seine Technik ebenso Triebkraft für die Rüstungsspirale des Kalten Krieges wie für die Flüge ins All. Als er Anfang der 1960er Jahre zum Spurt auf den Mond ansetzte, kam es zur Kubakrise, die auch durch die Stationierung seiner Raketen ausgelöst wurde. Sie führte die Welt an den Abgrund eines nuklearen Krieges. Die Dokumentation 'Wernher von Braun - Der Raketenmann' rekonstruiert Licht und Schattenseiten einer wechselvollen Karriere. In einer Kombination aus Spielszenen - mit Ludwig Blochberger und Daniel Rohr in der Titelrolle -, Interviews mit Wegbegleitern und Opfern, jüngst entdeckten Dokumenten und Computeranimationen entsteht ein vielschichtiges filmisches Porträt.

Bewertung

0,0   0 Stimmen