Wenn die Sonne still steht

Wenn die Sonne still steht

Vor 400 Jahren öffnete Galileo Galilei mit einem Teleskop das Fenster zum Himmel. Johannes Kepler veröffentlichte 1609 seine 'Astronomia Nova' und beschrieb damit unser Sonnensystem neu. In Erinnerung an diese Meilensteine der Wissenschaft erklärte die UNO 2009 zum 'Jahr der Astronomie'. Aus diesem Anlass erzählt das Regieduo Wolfgang Peschl und Christian Riehs in der Dokumentation 'Wenn die Sonne stillsteht - Kepler, Galilei und der Himmel' die kaum bekannte Geschichte der seltsamen Beziehung zwischen den beiden weltberühmten Wissenschaftern: eine Parallelgeschichte von Bewunderung und Rivalität aus einer Zeit, die noch keine Trennung kannte zwischen Religion, Kunst und Wissenschaft. Kepler und Galilei: Jeder für sich ein Himmelsstürmer, während auf der Erde der Dreißigjährige Krieg tobte. Der erhaltene Briefwechsel zwischen dem Protestanten Kepler und dem Katholiken Galilei begann in den 1590er Jahren und wurde 1610 abgebrochen. Basierend auf dieser Korrespondenz zeigt der Film die weltberühmten Gelehrten in all ihrer Menschlichkeit: Waren ihre Handlungen ausschließlich von reiner Vernunft bestimmt oder waren auch Eigensinn, Eitelkeit, Angst, Zaudern und Gier nach Ruhm und Ansehen mit im Spiel? Wie steht es mit Eifersucht auf den Erfolg des anderen? Denn trotz aller Gemeinsamkeiten waren die beiden in ihrer Persönlichkeit höchst unterschiedlich. Verdeutlicht wird das schon zu Beginn des Kontakts, als Keplers 'Mysterium Cosmographicum' erschien: Kepler schickte ein Exemplar an den Kollegen aus Italien - der bis dahin nur als Physiker bekannt war - und war hocherfreut über dessen höfliche Antwort, in der sich Galilei zur heliozentrischen (und damals höchst gefährlichen!) Lehre des Kopernikus bekannte. Kepler bestürmte den neuen Freund voller Vorfreude auf einen zukünftigen regen Gedankenaustausch in der gemeinsamen Sache: 'Seid guten Mutes, Galilei, und tretet hervor. Wenn ich recht vermute, gibt es unter den bedeutenden Mathematikern Europas wenige, die sich von uns scheiden wollen.

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