Weltreisen

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Radio Bremen TV Live-TV Radio Bremen TV 04.04., 12:50 - 13:20 Uhr
ReisereportageD 201230 Minuten 

Grönland ist die größte Insel der Erde, sechsmal größer als Deutschland. Weite Teile sind von einer kilometerdicken Eisschicht bedeckt. Der freiliegende Boden ist felsig und karstig, im besten Fall sandig. Straßen und Wege über das Land gibt es nicht. Wer von einem Ort in den anderen will, muss das Boot, den Schlitten oder das Flugzeug nehmen. Ein Land, das starke Bewohnerinnen und Bewohner braucht. Und dennoch ist Grönland das Land der Möglichkeiten. Wer will, kann sich etwas aufbauen, aber es muss hart dafür gearbeitet werden.

Grönlands Frauen: Sie sind stark. Sie sind durchsetzungsfähig. Sie sind zäh. Sie sind besonders.

Bente Biilmann ist so eine Frau. Sie hat etwas Leuchtendes an sich wie die meisten emanzipierten Frauen hier. Bente ist Pilotin bei der staatlichen Fluggesellschaft Air Greenland und hat sich nebenher noch eine kleine private Fluggesellschaft aufgebaut. Neben den Kindern und dem Mehrgenerationenhaushalt, den sie mit ihrer Familie führt. Sie liebt ihr Land, den starken Kontrast aus Weite, Isolation, aber auch den Annehmlichkeiten der importierten Luxusgüter mitsamt Internet. Sie sieht positiv in die Zukunft, wie die meisten Frauen, die Claudia Buckenmaier auf Grönland begleitet hat.

Auch Aka Jensen ist immer unterwegs. Sie ist eine einfache Frau, aber mit der Eintönigkeit ihres Bürojobs wollte sie sich eines Tages nicht mehr abfinden, obwohl die Arbeitslosigkeit auf Grönland hoch ist. Sie wollte Neues sehen, ihr Land entdecken. So heuerte sie auf einer Fähre an, die die abgelegenen Orte auf Grönland miteinander verbindet. Das Leben ist härter geworden, aber Aka ist zufrieden. Ihr gefällt, was sie täglich sieht. Ein Land der grenzenlosen Weite, des gleißenden Lichts, der grauen Tristesse. Alles vorhanden, je nach Wetter und Jahreszeit.

Gelegentlich trifft sie auf dem Schiff Susanne Christensen. Die Einkäuferin einer großen Supermarktkette auf Grönland hat sich ein Ziel gesetzt: Sie will heimische Produkte in die Supermärkte bringen. Eines ihrer Projekte: Kühe auf Grönland. Diese Kühe unterscheiden sich erheblich von denen in Deutschland. Sie sind klein, wollig und zäh. Beste Voraussetzungen für das Überleben auf den felsigen Weiden. Hinter dieser Viehzucht steht die Idee, autarker zu werden. Als ehemalige Kolonie des kleinen Dänemark ist der Nationalstolz groß.

Die Kehrseite findet man in Nuuk, der Hauptstadt Grönlands. In den Plattenbauten der Problemviertel ist das Leben trist. Der Polizistin Alma Mikkelsen ist kein Elend fremd. Das Zerbrechen der traditionellen grönländischen Fischergemeinschaft in den Städten hat viele Grönländer in den Alkohol getrieben, die schwache Wirtschaft bringt nicht genug Arbeitsplätze. So sind Almas Nächte oft hart. Die Kriminalitätsrate in Nuuk ist sehr hoch, Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung. Die Polizistin ist unermüdlich im Gespräch, will vor allem den Jugendlichen Vorbild sein und den Kreislauf aus Armut und Alkohol unterbrechen. Trotz ihrer Jugend ist sie eine starke Frau, die zeigt, dass das Leben positiv sein kann.

Für Gästeführerin Karen Filskov ist deshalb auch die Ausbildung der jungen Grönländer das Wichtigste. Sie selbst lebte und studierte einige Jahre in Dänemark, bevor sie in ihre Heimatstadt Ilulissat zurückkehrte. Das Heimweh nach der überwältigenden Natur und deren Weite war einfach zu groß. Und Zeit ist ihr wichtig. Das Tempo in Grönland ist ruhiger. Verständlich, denn wer seine Kraft unnötig vergeudet, dem verzeiht die Natur hier nicht.

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