Weltreisen

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Radio Bremen TV Live-TV Radio Bremen TV 26.10., 12:45 - 13:15 Uhr
ReisereportageD 30 Minuten 

Über eine Länge von 5.600 Kilometern führt ohne Unterbrechung ein Maschendrahtzaun quer durch Australien, von der Südküste bis zur Ostküste. Der Dingo-Zaun soll Australiens Wildhunde von den Schafen fernhalten. Und das schon seit mehr als 130 Jahren.

Die Wildhunde mit ihrem goldbraunen Fell sind perfekt an ihre harte Umgebung angepasst und schwer auszumachen, sie sind schnell und extrem ausdauernd. Wenn die Nahrung im kargen australischen Outback zu spärlich wird, dann wandern die Dingos zu den Schafherden im Süden. Für die Farmer eine echte Bedrohung. In manchen Bundesstaaten gibt es Kopfgeldprämien für jeden getöteten Dingo. Die durch Dingos entstehenden Schaf- und Rinderverluste kosten die australische Wirtschaft jährlich Unsummen.

Deshalb wird der Zaun aufwendig intakt gehalten, ständig repariert und gewartet. Sieben Ranger teilen sich die Strecke und patrouillieren entlang des Zaunes, der sich durch drei Bundesstaaten schlängelt. Nicht nur Stürme und starker Regen, sondern auch Tiere, vor allem die wilden Kamele, beschädigen den Megazaun. Die Arbeit der Ranger ist mühsam, denn die Bedingungen im Outback sind extrem, es ist heiß, trocken und menschenleer.

Die Pfosten-Draht-Konstruktion ist eine der radikalsten Anstrengungen, die je ein Land unternommen hat, um Raubtiere von Viehherden zu trennen. Die Instandhaltung kostet das Land jährlich mehrere Hunderttausend Euro.

Doch inzwischen wird die Kritik von Tierschützern und Wissenschaftlern an dem Bauwerk immer lauter: Die Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht sind enorm, da Dingos und auch andere Wildtiere aus einem riesigen Teil des australischen Kontinents komplett ausgeschlossen sind. Wildkatzen und Füchse breiten sich in den dingofreien Gebieten ungehindert aus und richten großen Schaden im empfindlichen Ökosystem Australiens an.

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