Unbekannte Paradiese

Unbekannte Paradiese

Ausgangspunkt der Unterwasserreise ist das bis zu 300 Meter tief gelegene imposante Rost-Riff südlich der Lofoten. Vor der norwegischen Nordatlantikküste haben am Ende der letzten Eiszeit Gletscher und Eisberge den Meeresboden bearbeitet. Auf den freigelegten Felsen konnten sich die ersten Lophelia-Kaltwasserkorallen, als Plankton mit dem Golfstrom angereist, festsetzen. Heute siedeln sie hier gemeinsam mit anderen Tiefseekorallen sowie verschiedensten Lebensformen und stehen den tropischen Riffgemeinschaften an Schönheit kaum nach. Im Trondheim-Fjord liegt das Tautra-Riff, eines der ganz wenigen Kaltwasserriffe, die für Taucher erreichbar sind. In etwa 50 Metern Tiefe lauern zwischen Korallen und Schwämmen Seewölfe auf Beute, paaren sich Katzenhaie und filtrieren Seescheiden und Röhrenwürmer das planktonreiche Wasser. Von Norwegen geht es nach Florida. Auch vor der amerikanischen Ostküste haben sich tief unter dem Golfstrom Kaltwasserkorallen angesiedelt. Ihre Riffe beherbergen mehr als 1.000 verschiedene Tierarten. Der Abstieg im Tauchboot vorbei an Haien, Schildkröten und Muränen ist bei der starken Strömung ein Abenteuer. Von Florida führt die Expedition ins Mittelmeer. Im unterseeischen Lacaze-Duthier-Canyon nutzen Kaltwasserkorallen die nährstoffreichen Tiefenströmungen. Die mediterranen Kaltwasserriffe sind Bestandteil des europäischen Kaltwasserkorallenkomplexes, der sich vom Mittelmeer entlang des nordwesteuropäischen Kontinentalschelfs bis zum Nordkap erstreckt. Mit 4.500 Kilometern Länge ist dieser Riffkomplex mehr als doppelt so lang wie das australische Great Barrier Reef. Vor der Küste Mauretaniens endet die Reise zu den Tiefseekorallen. Hier trifft das Team auf fast völlig unbekannte Tiere wie Coloconger, Schokoladenhaie und Tiefseequappen - und auf Korallenstöcke, von denen einige fast 4.000 Jahre alt sind.

Bewertung

0,0   0 Stimmen