Türkei - zwischen Wirtschaftsflaute und Autoritarismus

Türkei - zwischen Wirtschaftsflaute und Autoritarismus

AuslandsreportageA  

Der türkische Präsident Erdogan ist unter Druck geraten, in Istanbul ebenso wie in weiten Teilen des Landes. Solange die Wirtschaft boomte, haben westliche Investoren Erdogan und sein Land euphorisch umworben. Doch jetzt steckt die Türkei in einer tiefen Wirtschaftskrise, die Angriffe auf Rechtsstaat und Meinungsfreiheit haben dramatische Spuren hinterlassen. Die umstrittene Wiederholung der Bürgermeisterwahl in Istanbul, die der Kandidat der Opposition gewonnen hatte, zeigt: Erdogans Machtanspruch ist ungebrochen, auch wenn die Krise an seinem Glanz kratzt und die Unzufriedenheit in der Bevölkerung wächst. ORF-Türkei-Korrespondent Jörg Winter berichtet vor der Wahlwiederholung am 23. Juni für das WELTjournal aus einem zerrissenen Land. Er besucht enteignete Bürger und Arbeiter auf stillgelegten Großbaustellen. Er erzählt von einer Mittelschicht, die dem Land den Rücken kehren will, und von unverbesserlichen Nationalisten, die ausländische Journalisten als Spione verunglimpfen und bedrohen. Klar ist: sollte Erdogans AKP bei der umstrittenen Wahlwiederholung wieder verlieren, wird das politische Wellen schlagen, die weit über die 16-Millionen-Metropole hinausgehen.

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