The Who: Live at Kilburn

The Who: Live at Kilburn

Im Dezember 1977 filmen 35mm-Kameras The Who für den Jeff-Stein-Film "The Kids Are All Right" in Kilburn. Nur zwei Ausschnitte landen im Film, der Rest bleibt bis 2008 unveröffentlicht.

Am 7. September 1978, nur wenige Monate nach dem Auftritt in Kilburn, stirbt Schlagzeuger Keith Moon. Der geniale Witzbold der Band, der zusammen mit Gitarrist Pete Townshend für Exzesse zuständig ist, etabliert das Schlagzeug als Solo-Instrument in der Rockmusik.

Gefürchtet als "Moon the Loon" - "Moon, der Irre" -, zerlegt er unter Drogen und Alkohol stehend Hotel- und Wohnungseinrichtungen und ganz viele Drumsets. Um vom Alkohol wegzukommen, nimmt er ein verordnetes Beruhigungsmittel ein und vergreift sich am 7. September 1978 in der Dosis. 2004 wird er vom britischen Musikmagazin "Q" zum "größten Rowdy der Rockmusik" gewählt, und der "Rolling Stone" setzt Moon im Jahr 2016 auf Platz zwei der 100 besten Schlagzeuger der Welt, hinter John Bonham von Led Zeppelin und vor Ginger Baker von Cream.

2002 wird das Konzert-Material entdeckt. Es sind die letzten Liveaufnahmen des originalen Line ups der Band. Während die PR-Abteilung vom "Heiligen Gral" spricht, kursiert das Gerücht von einem schlechten Auftritt, der komplett wiederholt wurde. Sicher ist, dass die Band am Anfang noch nicht ganz warm gespielt ist, aber spätestens ab "Baba O'Riley" wird Kilburn zu einem magischen Konzert. Gitarrist Pete Townshend bearbeitet mit Windmühlenarmen seine Les Paul, Sänger Roger Daltrey ist mit Löwenmähne und knappem Shirt über dem muskulösen Oberkörper der mikrofonwirbelnde optische Mittelpunkt, während Bassist John Entwistle den Songs das virtuose Fundament verleiht und Schlagzeuger Keith Moon sein kreatives Drumming auslebt - und nebenbei den genervten Townshend aufzieht.

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