Terra XXL: Die Welt der Ritter

Terra XXL: Die Welt der Ritter

Anfang des 8. Jahrhunderts sehen sich die Menschen des Abendlandes plötzlich von einer schrecklichen Gefahr bedroht: Schnelle Reiterheere aus dem Morgenland überrennen in kaum zwei Jahren ganz Spanien und das Grenzgebiet zum Frankenreich, die Pyrenäen. Den flinken Blitzangriffen dieser berittenen Bogenschützen aus dem Süden sind die langsamen Fußtruppen des Frankenreichs in keiner Weise gewachsen. Die fränkischen Herrscher begreifen schnell den Ernst der Lage - und reagieren mit einer genialen Erfindung: mit der Entwicklung einer neuen Waffengattung, den 'Fränkischen Panzerreitern'. Deren Rüstung schützt wirkungsvoll gegen die tödlichen Pfeile der Angreifer, und auf ihren Pferden entdecken auch die Franken alle Möglichkeiten blitzschneller Kriegsführung. Der militärische Geniestreich markiert die Geburtsstunde einer neuen Elite, durch die Europas Kultur über Jahrhunderte hinweg nachhaltig geprägt wurde. Bevor aber die berittenen Kämpfer im 11. Jahrhundert zu Vorbildern vieler nachfolgender Generationen werden sollten, entpuppten sich die neuen Soldaten in Friedenszeiten erst einmal als Gefahr für das eigene Land: Sobald die außenpolitische Gefahr gemeistert ist, werden die frühen Ritter zur marodierenden Bedrohung für die eigene Bevölkerung und zum Auslöser manch blutiger Fehde unter Dutzenden von konkurrierenden Adelsgeschlechtern. Zeitgenössische Berichte beklagen die völlige Verwilderung der fränkischen Haudegen im 10.ºJahrhundert: Non militia, sed malitia - Nicht Soldaten sind sie, sondern eine Seuche. In dieser Situation geschieht das geradezu Unfassbare: Aus brutalen Kriegern werden plötzlich edelmütige Kulturträger und selbstlose Streiter für Gerechtigkeit und Glauben. Diese überraschende Wendung ist vor allem auf den massiven Einfluss der christlichen Mönche und anderer Kleriker zurückzuführen, besonders aber auch auf den Kreuzzugsaufruf von Papst Urban II., der den hochgerüsteten Kämpfern im Jahr 1095 ein gemeinsames Ziel vorgibt und ihre schwärmerische Einsatzfreude kirchenpolitisch kanalisiert.

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