Terra X: Schätze aus dem Eis

Terra X: Schätze aus dem Eis

Zehn Prozent der Landmasse unseres Planeten sind von Gletschern bedeckt. Die Eisgiganten prägen die Landschaft, sind die größten Süßwasserspeicher der Erde - und Tresore der Geschichte. Durch das rasante Abschmelzen der Gletscher während der letzten Jahrzehnte gibt das Eis immer häufiger Relikte der Vergangenheit frei - und sogar bisher unbekannte Lebensformen. Die Autoren Marc Brasse und Kay Siering begleiten Forscher bei ihren außergewöhnlichen Entdeckungen im ewigen Eis. Die Gletscher der Alpen verlieren seit Jahrzehnten kontinuierlich an Größe. Was Klimaforscher alarmiert, bietet Archäologen und Historikern ungeahnte Möglichkeiten - denn in den Eismassen des Alpenhauptkamms lagern Objekte aus der Vergangenheit, die ihnen helfen, Rätsel der Geschichte zu entschlüsseln. Der berühmteste Fund ist der 'Ötzi' - jene legendäre Eis-Mumie, die im September 1991 von deutschen Wanderern entdeckt wurde. Untersuchungen ergaben, dass der Mann aus dem Eis vor mehr als 5000 Jahren starb. Sein Körper und die Ausrüstungsgegenstände wurden vom Gletschereis perfekt konserviert. Und so liefert 'Ötzi' der Wissenschaft noch heute wertvolle Informationen über das Leben in der Steinzeit. In Sibirien machen Archäologen noch ältere Funde. Im Sommer gibt der auftauende Permafrostboden immer wieder perfekt erhaltene Überreste von Wollhaar-Mammuts preis. Auf der Halbinsel Jamal entdeckten Rentierjäger ein perfekt erhaltenes Baby-Mammut. Sein Alter: 40 000 Jahre. Das Tier starb, als es ungefähr einen Monat alt war. Am Leipziger Max-Planck-Institut gelang es Forschern, die DNA des Tieres zu rekonstruieren. Und so hilft das vom Eis konservierte Mammut der Wissenschaft dabei, zu entschlüsseln, mit welchen heutigen Tieren die Mammuts am engsten verwandt sind und weshalb die majestätischen Tiere einst ausstarben. Nicht nur Historiker und Archäologen, auch Naturwissenschaftler nutzen das Innenleben der Eisgiganten für ihre Forschungen. Wer tief ins Innere vordringen will, muss nach Norwegen reisen. Unter der riesigen Gletscherzunge des Svartisen-Gletschers befindet sich das einzige subglaziale Labor der Welt. Einmal im Jahr öffnet die Glaziologin Miriam Jackson den Eingang zur Eishöhle und der dahinter verborgenen, riesigen Forschungsstätte. Die Wissenschaftlerin und ihre Kollegen wollen anhand geborgener Mikroorganismen herausfinden, wie Lebewesen unter derartigen Extrembedingungen überhaupt existieren können. 'Schätze aus dem Eis' fügt diese einzelnen Geschichten zu einem bildgewaltigen Film zusammen.

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