Terra X: Die letzten Minuten

Terra X: Die letzten Minuten

Große Schlachten veränderten den Lauf der Weltgeschichte, sie gruben sich tief ein in das kollektive Bewusstsein von Nationen und wurden zu Synonymen für ganze Generationen. Doch was steht hinter Namen wie Waterloo, Verdun oder Stalingrad? Schlachtfeldarchäologen stoßen bei ihrer Arbeit auf die Schicksale der beteiligten Soldaten und ermöglichen so einen neuen, sehr persönlichen Blick auf die kriegerischen Wendepunkte unserer Geschichte. Es geht um die Rekonstruktion der letzten Minuten im Leben der Gefallenen. Bei Waterloo, wo der Schauplatz der letzten Schlacht Napoleons längst von Feldern überdeckt ist, finden Archäologen fast zwei Jahrhunderte nach dem Geschehen einen gefallenen Soldaten. Der junge Mann war Infanterist, hatte Arthrose in den Füßen, deutsche Pfennig-Münzen in der Geldbörse und wurde von einer französischen Kugel getötet. Auch in Deutschland finden Archäologen Spuren des napoleonischen Größenwahns: In Leipzig, zwei Jahre vor Waterloo der Ort einer Völkerschlacht, bergen Spezialisten des sächsischen Landesamtes für Archäologie immer wieder Skelette und Ausrüstung. Heute unterscheiden nur noch die Uniformknöpfe Freund und Feind. In Verdun ist das 'Terra X'-Team exklusiv dabei, als ein deutsch-französisches Forscherteam ein unterirdisches Kampfstollensystem zum ersten Mal seit dem Ersten Weltkrieg wieder betritt. Dabei treffen sie auf die persönlichen Zeugnisse der Soldaten, die im Stellungskrieg kämpften, lebten und starben. In Stalingrad versucht eine Grabungskampagne, Soldaten zu identifizieren, die Angehörigen zu verständigen und den Gefallenen ein würdiges Grab zu geben. Eine Mammutaufgabe, denn noch über 100 000 Deutsche und Russen sind in Stalingrad vermisst. 'Die letzten Minuten' erzählt von all den Namenlosen, die in den großen Schlachten der Geschichte ihr Leben lassen mussten.

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