Sturm über Europa: Der Kampf um Rom

Sturm über Europa: Der Kampf um Rom

ZDFinfo Live-TV ZDFinfo 14.09., 15:50 - 16:30 Uhr
GeschichtsdokuD 200245 Minuten 

Mit der Kaiserkrönung Karls des Großen im Jahre 800 entstand das mittelalterliche Europa. Schon von seinen Zeitgenossen wurde Karl der Große "pater europae", Vater Europas, genannt. Im 5. und 6. Jahrhundert errichteten die Barbaren auf römischem Boden ihre Reiche: die Ostgoten in Italien, die Westgoten in Spanien, Angeln und Sachsen in England, die Franken in Deutschland und Frankreich. Was zeichnete die einzelnen Völker aus? 40 000 Westgoten kamen im Jahre 507 aus Südfrankreich über die Pyrenäen. Diesmal wurden sie nicht von den Hunnen, sondern von den Franken vertrieben, die immer mächtiger wurden und von Gallien aus unerbittlich expandierten. Die Westgoten machten die römischen Provinzen Spaniens zu ihrem Königreich, Toledo zu ihrer Hauptstadt. Aber nicht nur in der spanischen Erde, sondern in der gesamten europäischen Geschichte lassen sich die Spuren der Westgoten finden. Die Hauptstadt des Ostgotenreiches war Ravenna. Hier ließ der legendäre König Theoderich prächtige Kirchen und ein einzigartiges Mausoleum bauen. Für Goten wie Römer war die Herrschaft des "Barbarenkönigs" ein Goldenes Zeitalter. Den Angeln und Sachsen sagte man hartnäckig nach, sie seien als raublustige Eroberer in Britannien eingefallen. Doch es waren die Briten selbst, die sie in ihr Land riefen. Die germanischen Krieger sollten als Söldner Britannien verteidigen, nachdem Rom es aufgegeben hatte. "Mit drei Kielen kamen sie über das Meer" - um das Jahr 430 landeten die gefürchteten Barbaren aus dem heutigen Dänemark und Norddeutschland in Kent und schlugen sich für die Briten. Sie blieben und holten ihre Familien nach. Eine weitere Nation wurde so aus der Völkerwanderung geboren. "Die Angelsachsen machten viele Germanen zu Christen, die Franken machten sie zu Europäern." Aber auch die Geschichte des Frankenreiches begann mit der Taufe eines Heiden: König Chlodwig. Er hatte auf dem Schlachtfeld gelobt, Christ zu werden, wenn er die Alemannen besiege. Die Taufe Chlodwigs in Reims hat "weltgeschichtliche Bedeutung", sagen die Historiker. Sie verhalf dem Christentum in Europa zum Durchbruch. Chlodwig wurde zu einem "Nationalheiligen" Frankreichs wie später Karl der Große. Die Franken verstanden sich als Erben des Imperiums, sie schufen das größte und beständigste Reich der Völkerwanderung.

Jetzt ZDFinfo einschalten

Bewertung

0,0   0 Stimmen