Stella

Stella

Im Paris der 70er Jahre wächst die 12-jährige Stella in einer Kneipe in einem ehemaligen Arbeiterviertel am Rande der Stadt auf. Ihr bisheriges Umfeld: eine fremdgehende, wenig fürsorgliche Mutter, ein lethargischer Vater und die Stammkunden der Kneipe - verkrachte und einsame Existenzen der Vorstadt, die in Alkohol und Kneipengeselligkeit Trost suchen - Stellas täglicher Umgang. Eines Tages kommt Stella durch einen Zufall auf ein gutbürgerliches Pariser Gymnasium, wofür sie zunächst wenig Entzücken zeigt und dessen Richtlinien sie nicht kennt. Ihre einzige Freundin dort wird Gladys, Tochter argentinischer Intellektueller. So bringt der Neubeginn in der Schule Schwierigkeiten mit sich. Im Gegensatz zu ihrer neuen Freundin hat Stella schlechte Noten, neigt zu Tagträumereien und hat Schwierigkeiten sich anzupassen. Als sie von Gladys zu sich nach Hause eingeladen wird, erlebt sie eine Familie voller Gesprächskultur und Weltoffenheit, die ihrer eigenen so gar nicht gleichen will. Auch wenn die beiden unterschiedlichen Mädchen schnell Freundinnen werden und einander vertrauen, stimmt Stella ihre Andersartigkeit oft nachdenklich. Aus einem grundverschiedenen Umfeld stammend, kommt sie sich ungebildet und minderwertig vor. Noch hinzu kommen die Hürden des Erwachsenwerdens: Stellas Eltern haben eine wenig harmonische Beziehung, arbeiten viel und schenken den Sorgen und Ängsten ihres einzigen Kindes kaum Aufmerksamkeit. Nach und nach wird das anfangs skeptisch beäugte Gymnasium zu Stellas Bezugspunkt in ihrem unsteten Leben. Die Freundschaft und die Möglichkeiten in der neuen Umgebung sind es am Ende, die Stella den nötigen Mut und Antrieb geben, die Bewährungsproben auf dem Weg ins Erwachsenendasein zu meistern. Sowohl die fragile Freundschaft zu Gladys, durch die Stella die Liebe zur Literatur und den Zugang in eine andere Welt entdeckt, als auch die langjährige Freundschaft zu Genevieve, die sich durch Beständigkeit und Unbeschwertheit auszeichnet, lassen sie - trotz aller Unsicherheit - optimistisch in die Zukunft blicken.

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