Sommer der Eisbären

Sommer der Eisbären

Eisbären, die majestätischen Jäger der Arktis, sind in Gefahr. Mit dem Ende der kalten Jahreszeit schmilzt das Eis und nimmt damit dem größten Landraubtier der Erde auch ein Stück seiner Lebensgrundlage. Durch den Klimawandel werden die Sommer immer länger und wärmer, damit wird auch der Überlebenskampf der Tiere härter. Damit sie die eisfreie Zeit überstehen, begeben sich viele Eisbären Kanadas auf die große Reise zum Festland an der Hudson Bay. Um dorthin zu gelangen, vollbringen sie unglaubliche Leistungen: Sie schwimmen teilweise bis zu 500 Kilometer am Stück, nicht selten schaffen sie diese Strecke in weniger als zehn Tagen. Regisseur Adam Ravetch ist es gelungen, eine Eisbärenfamilie mit zwei Jungen und einen dreijährigen Jungbären, für den es der erste Sommer ohne den Schutz und die Fürsorge seiner Mutter ist, auf ihrer atemberaubenden Reise zu begleiten. Dabei sind einzigartige Aufnahmen entstanden. An Kanadas Hudson Bay gibt es etwa 2.000 Eisbären. Es ist die südlichste Region, in der sie leben. Seit Jahren müssen große Teile dieser Population den Sommer über nach Süden abwandern, um die Zeit bis zum nächsten Winter zu überleben. Ihre Artgenossen nördlich des Polarkreises können dagegen das ganze Jahr über in der Arktis verbringen. In dieser Region bleibt auch über die warme Jahreszeit genug Eis erhalten. Noch. Wenn sie an Land angekommen sind, beginnt für die Eisbären am Hudson Bay die entbehrungsreichste Zeit des Jahres. Die erfahrenen Tiere unter ihnen gehen in eine Art 'Sparmodus' über, sie zehren von ihrem eigenen Fett und fasten beinahe den ganzen Sommer über. Für die unerfahrenen, dreijährigen Jungbären ist das aber keine Alternative. Hunger können Tiere in diesem Alter nicht ertragen. Auch die Eisbärenmutter muss sich etwas einfallen lassen, wie sie an Nahrung kommt. Sie muss nicht nur sich selbst bei Kräften halten, um ihre Jungen zu beschützen, sondern diese auch noch mit ihrer Milch ernähren und das kostet viel Energie. Noch nie zuvor gefilmt werden konnte das Verhalten der Eisbären, ihre Anpassungsfähigkeit, aber auch die Qualen, die sie an Land durchleiden müssen. Der Film offenbart in spektakulären Bildern, wie es den Bären an der Hudson Bay gelingt, das widrige Leben auf trockenem Boden zu meistern. Eisbären erklimmen Felswände, um Vögel zu jagen. Eisbären nehmen es alleine mit einer ganzen Herde von gefährlichen Walrossen auf. Eisbären kehren zu ihren Wurzeln zurück und fressen wie ihre an Land lebenden Artgenossen Früchte und Pflanzen. Wahrscheinlich schon bald müssen die Bären aus dem Norden unter Beweis stellen, ob sie auch solche Überlebenskünstler sind. Denn die Klimaerwärmung schreitet schnell voran und mit ihr zieht sich das Eis im Sommer immer weiter zurück. Die wandernden Eisbären von der Hudson Bay könnten für ihre Art die letzte Hoffnung sein.

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