Séraphine

Séraphine

Die unscheinbare Séraphine Louis arbeitet als Putzfrau im nordfranzösischen Senlis. Im Ort wird die kauzige 48-Jährige belächelt. Was niemand weiß: Nachts malt die tiefreligiöse Außenseiterin, einer Eingebung ihres Schutzengel folgend, wie besessen im Kerzenlicht Bilder. Die Farben für ihre eindrucksvollen Stillleben sucht sie aus ihrer Umgebung zusammen - Schlamm aus einem Flussbett, Lehm von einem Feld, Tierblut vom Metzger, Kirchenwachs vom Altar. Bei einem Frankreichurlaub entdeckt Wilhelm Uhde 1912 ihr Talent. Der als Entdecker von Pablo Picasso und Henri Rousseau bekannt gewordene deutsche Kunsthändler fördert die Autodidaktin, muss jedoch bei Kriegsausbruch Frankreich verlassen.13 Jahre später trifft er Séraphine wieder und wird ihr Mentor und Agent. Bald erlangt die Malerin internationale Bekanntheit und verdient erstmals mit ihrer Kunst Geld. Doch nach dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise kann Uhde nur noch wenig für Séraphine tun. Es kommt zum Bruch, und die labile Künstlerin verfällt immer stärker in Wahnvorstellungen. Ihre letzten Lebensjahre verbringt sie in einer Nervenheilanstalt. Die 1864 im französischen Arsy geborene Séraphine Louis gilt heute als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der naiven Malerei. Die 1942 verstorbene beigesetzte Künstlerin war längst in Vergessenheit geraten, als Regisseur Martin Provost für seine Künstlerbiografie zu recherchieren begann. In Frankreich wurde sein Spielfilm, der sich auf die Jahre 1912 bis 1932 konzentriert, ein überragender Kritiker- und Publikumserfolg und rückte die Kunst der 'Séraphine de Senlis' neu ins öffentliche Interesse. Der mit Yolande Moreau und Ulrich Tukur besetzte Film 'Séraphine' wurde mit sieben Césars prämiert, unter anderem für den besten Film, die beste Regie und die beste Kamera (Laurent Brunet). Yolande Moreau ('Louise Hires a Contract Killer') erhielt den César als beste Hauptdarstellerin und war auch für den Europäischen Filmpreis nominiert. 3sat setzt die Themenwoche 'Europa am Abgrund' am Donnerstag, 23. Januar, um 21.00 Uhr mit 'scobel - 1914' fort.

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