Schätze der Welt - Erbe der Menschheit: Lamu, Kenia Die magische Steinstadt Schätze der Welt - Erbe der Menschheit: Lamu, Kenia Die magische Steinstadt

Schätze der Welt - Erbe der Menschheit: Lamu, Kenia Die magische Steinstadt

3sat Live-TV 3sat 25.02., 12:45 - 13:00 Uhr
DokureiheD 200315 Minuten 

Lamu ist eine Insel im Indischen Ozean vor der ostafrikanischen Küste. In der Altstadt von Lamu haben sich die aus vielen Einflüssen verschmolzene Swahili-Kultur und ihre Bauwerke erhalten.

Wer hier an Land geht, dem fallen zunächst keine Denkmäler, sondern die Menschen ins Auge. Die Swahili, die Küstenbewohner, bewegen sich sicher und ohne Eile im planvollen Irrgarten der Gassen. Und doch ist der Bauplan der "Steinstadt" sehr regelmäßig angelegt.

Die Stadt mit heute etwa 30 000 Einwohnern hat eine fast tausendjährige Geschichte. Schon im 9. Jahrhundert traten arabische Kaufleute mit den Küstenbewohnern in Handelsbeziehungen. Viele ließen sich an der ostafrikanischen Küste nieder und bauten ein Fernhandelsnetz auf. So kam der Wohlstand nach Lamu - und der Islam.

Vierstöckige, ohne Zement aus Korallenquadern geschichtete Häuser, deren Wände mit Kalkverputz geglättet sind, zeugen mit schönen Innenhöfen und offenen Räumen von einer hoch entwickelten Baukunst. In den zur Gasse fensterlosen Fassaden die berühmten hohen Türen von Lamu, ornamentreich geschnitzt. Bis auf den heutigen Tag beherrschen einige Handwerksmeister die traditionelle Schnitzkunst. Die Türen der Häuser der "Steinstadt" sind mehr als ein Hauseingang, sie werden zum Sinnbild der formenreichen Swahili-Kultur.

In den schmalen Gassen, in denen sich die Entgegenkommenden kaum ausweichen können, begegnet der Fremde schwarz verhüllten Frauengestalten, die ihm geheimnisvoll erscheinen, weil ihr Gesicht verschleiert ist. Die Swahili-Kultur wurde vom Islam geprägt, sie definiert sich durch den gemeinsamen Glauben. Mehrmals am Tag schallt der Gebetsruf über die Stadt, und sein Echo fängt sich in den schmalen Gassen. Dann sieht man die Männer in den knöchellangen, weißen Gewändern eine der 29 Moscheen der Stadt aufsuchen.

Der gleichmäßige und sich nach ungebrochener Tradition vollziehende Lebensrhythmus der Menschen in dieser Stadt übt einen unwiderstehlichen Reiz aus. Für den Fremden umgibt das tägliche Leben auf Lamu die Faszination des Besonderen. Wie lange noch? Zwar ist das Bild der Altstadt nicht durch störende Neubauten zerstört, aber es wird vom Verfall bedroht. Viele Häuser sind zu Ruinen geworden, und die abblätternden Farben der Wände erscheinen dem Touristen reizvoll, für die Einwohner aber sind sie ein Spiegel des Niedergangs ihrer Kultur.

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