Schatten der Vergangenheit: Die Wiener Philharmoniker im Nationalsozialismus

Schatten der Vergangenheit: Die Wiener Philharmoniker im Nationalsozialismus

'My dear Nazi', so sprach Leonard Bernstein in den 1960er Jahren jenen Geschäftsführer der Wiener Philharmoniker an, der, ein früheres SS-Mitglied, nach fünf Jahren Berufsverbot wieder in das Orchester aufgenommen worden war: Aufarbeitung à la Bernstein. Geschichten wie diese zeigen, wie schwierig es für Österreich und auch für die Wiener Philharmoniker war, mit der eigenen Vergangenheit nach dem Ende des NS-Staats fertig zu werden. 15 Orchestermitglieder wurden aus 'rassischen Gründen' bis September 1938 gezwungen, das Orchester zu verlassen, sieben in der Folge ermordet. Am 12. März 2013, dem 75. Jahrestag des 'Anschlusses' Österreichs an das 'Deutsche Reich', publizieren die Wiener Philharmoniker auf ihrer Webseite die jüngsten Forschungsergebnisse einer dreiköpfigen Historiker-Gruppe, bestehend aus Oliver Rathkolb, Fritz Trümpi und Bernadette Mayrhofer, über die NS-Vergangenheit des Orchesters. Die Dokumentation 'Schatten der Vergangenheit - Die Wiener Philharmoniker im Nationalsozialismus' nimmt sich dieses Kapitels österreichischer Geschichte an und lässt heutige und ehemalige Mitglieder des Klangkörpers sowie deren Angehörige zu Wort kommen.

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