Sattler Kägebein

Sattler Kägebein

Auf dem Tisch seiner Parchimer Sattlerwerkstatt liegt ein alter Sattel. Vorsichtig trennt Meister Kägebein die brüchige Naht auf, fädelt den Faden in zwei Nadeln und näht auf seinem Nähross per Hand die neuen Schnüre an. Hans Jürgen Kägebein betreibt gemeinsam mit seinem Sohn Del in Parchim die alte ortsbekannte Sattlerei, Großvater Albert Kägebein hat sie vor 100 Jahren gegründet; sie sieht noch heute so aus, als hätte er gerade sein Werkzeug aus der Hand gelegt. Parchim war früher eine gut florierende Handwerkerstadt, doch die meisten Zünfte sind heute verschwunden. Einer der letzten alten Handwerker im Ort ist Sattler Kägebein. Seine Arbeiten aus Leder - Taschen, Gürtel, Riemen, Zaumzeug, Sattel oder Tragegürtel - bekommen seit Jahren Konkurrenz durch Billigproduktionen aus China und Fernost. Das hochqualitative alte Sattlerhandwerk wird kaum noch benötigt und droht bald ganz zu verschwinden. Doch der 66-jährige Sattler Kägebein trotzt den Zwängen der Zeit. Gemeinsam mit seinem 36 Jahre alten Sohn bewahrt er die alte Sattlertradition und sucht nach neuen Geschäftsfeldern.

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