Royale Geschwister - zwischen Privileg und Bürde

Royale Geschwister - zwischen Privileg und Bürde

NDR Live-TV NDR 21.09., 20:15 - 21:45 Uhr
Dokumentation90 Minuten 

Geschwister haben für Königskinder eine ganz besondere Bedeutung, sie sind viel mehr als ein Bruder oder eine Schwester in der nicht adeligen Welt.

Leontine Gräfin von Schmettow schaut in dieser Dokumentation auf neun royale Geschwisterpaare in sechs verschiedenen europäischen Fürsten- und Königshäusern und spricht mit Weggefährten und Insidern. Unter anderem mit Robert Lacey, Berater der Serie "The Crown", Elisabeth Tarras-Wahlberg, ehemalige Mentorin von Kronprinzessin Victoria von Schweden, oder Society-Expertin Marie Gräfin von Waldburg.

Ein Königskind kann mit niemandem so offen reden wie mit dem eigenen Bruder oder der eigenen Schwester. Im besten Fall sind Geschwister sogar eine Art kritisches Korrelativ. Nur die eigenen Geschwister verstehen, was es heißt, im "goldenen Käfig" aufzuwachsen, ständig unter Beobachtung, das eigene Schicksal vorbestimmt.

Doch was heißt es eigentlich, Bruder oder Schwester eines künftigen Königs zu sein? Ist es eine Bürde oder ein Privileg? Geschwister in royalen Familien bekommen all die Annehmlichkeiten, die das Königshaus zu bieten hat, ohne die Verantwortung tragen zu müssen, die der Erstgeborene für den Thron übernehmen muss.

Doch das Dasein als royales Geschwisterkind hat auch seine Tücken: Immer als Nummer zwei im Schatten des künftigen Königs stehen, ist eine Rolle, die nicht jedem liegt. Und während es für den Thronerben eine klare Berufsbeschreibung gibt, müssen dessen Geschwister ihren Weg finden, der irgendwo zwischen royaler Verpflichtung und normalen Berufsleben liegt. Welche Gefahren dabei lauern, hat man bei den britischen Royals gesehen: Edward, Sophie, Andrew oder Fergie, alle standen in der Kritik, ihre guten Kontakte im Königshaus beruflich auszunutzen.

Historisch gesehen waren Geschwisterkinder die eiserne Reserve für den Thronerben. Der "spare to the heir" ist ein Ersatzerbe, der sich bereithalten muss, wann immer der eigentliche Thronfolger durch Tod ausfällt.

Die Prinzen William und Harry des britischen Königshauses haben das Verhältnis neu definiert und zeigen, wie gut die Aufgabenteilung zwischen royalen Geschwistern schon zu Lebzeiten funktionieren kann. Thronfolger William ist der Vernünftige, der das Protokoll und politische Neutralität bewahrt. Sein jüngerer Bruder sorgt im Königshaus für einen gewissen Unterhaltungsfaktor, weil er unkonventioneller ist und gerne auch einmal aus der Reihe tanzt. Zusammen mit seiner Frau Meghan steht Prinz Harry für die Zukunft der Monarchie, während sein älterer Bruder die Tradition und Kontinuität des Königshauses vertritt.

Doch Geschwisterbeziehungen können auch eine Bürde sein. Ein Beispiel ist das spanische Königshaus. Mit Infantin Cristina muss sich nicht nur eine Schwester des Königs, sondern eine königliche Prinzessin vor Gericht verantworten. König Felipe bleibt gar keine andere Wahl: Als Monarch muss er seine Schwester verstoßen, egal ob der Bruder in ihm anders entscheiden will.

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