Richard Wagner: Vorspiel zu 'Tristan und Isolde'

Richard Wagner: Vorspiel zu 'Tristan und Isolde'

Äußeres Geschehen und 'innere Seelenbewegung' des Tristan-Vorspiels aus dem Jahre 1859 von Richard Wagner sind schnell erzählt: Tristan führt, als Brautwerber, Isolde seinem Könige und Oheim zu. Beide verlieben sich. Von der schüchternsten Klage des unstillbaren Verlangens, vom zartesten Erbeben bis zum furchtbarsten Ausbruch des Bekenntnisses hoffnungsloser Liebe durchschreitet die Empfindung alle Phasen des sieglosen Kampfes gegen die innere Glut, bis sie, ohnmächtig in sich zurücksinkend, wie im Tode zu erlöschen scheint. Der Akkord im 2. Takt, auch Tristan-Akkord genannt, hat Musikgeschichte geschrieben: bedeutendste Äußerung der 'nachbeethovenschen' individualistisch-romantischen Epoche des 19. Jahrhunderts. Die Kraft, die sich hier äußert, hat Generationen von Komponisten zu schaffen gemacht und eine Entwicklungskrise der Tonalität ausgelöst, die ihren nächsten Höhepunkt wohl erst im 2. Streichquartett von Arnold Schönberg findet: Luft von anderem Planeten. Michael Gielen war von 1986 bis 1999 Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg, danach ständiger Gastdirigent. Anlässlich seines 75. Geburtstages im Jahr 2002 wurde er vom Orchester zum Ehrendirigent auf Lebenszeit ernannt. Zu seinem 80. Geburtstag im Juli 2007 wiederholt das SWR Fernsehen verschiedene Produktionen mit Michael Gielen.

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