Rheingold

Rheingold

Der Trans-Europ-Express 'Rheingold' ist unterwegs von Hoek van Holland nach Genf. In Düsseldorf steigt Elisabeth Drossbach ein. Sie hat ein Verhältnis mit ihrem Jugendfreund Wolfgang Friedrichs, der als Zugkellner arbeitet. Die junge Frau, verheiratet mit dem Karrierediplomaten Karl-Heinz Drossbach, eröffnet ihrem Geliebten, dies werde wahrscheinlich ihre letzte gemeinsame Fahrt sein; ihr Mann werde nach New York versetzt, und sie wolle ihn begleiten. Als später auch Drossbach zusteigt, erfährt er, dass seine Frau ihn seit langem mit dem Kellner betrügt. Er verliert die Beherrschung, sticht mit einem Brieföffner auf sie ein und stürzt beim nächsten Halt in Panik aus dem Zug. Später jagt er dem Express in einem Taxi über Hunderte von Kilometern nach. Seine Frau, die ihre Wunde vor den Mitreisenden verborgen hält, verblutet währenddessen langsam in ihrem Abteil. Als ein alter Mann seiner Enkelin Rheinsagen erzählt, sieht Elisabeth Drossbach in Rückblenden Schlüsselszenen aus ihrem Leben. Niklaus Schilling ('Der Willi-Busch-Report') hat in diesem Film Liebe und Eisenbahn, zwei alte Kino-Themen, mit bemerkenswertem künstlerischen Können zusammengebracht. Er wollte den 'absoluten Zugfilm' drehen; das Buch schrieb er im Aussichtswagen des Trans-Europ-Express', in dem er innerhalb von vier Wochen 12.000 Kilometer zurücklegte, um Atmosphäre, Strecke und Landschaft genau zu studieren. Die kolportagehafte Liebes- und Eifersuchtsgeschichte diente ihm als Vehikel für kunstvoll komponiertes Kino aus Bewegung, Rhythmus, Licht und Farbe.

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