Recount - Florida zählt nach

Recount - Florida zählt nach

Im November des Jahres 2000 kocht die US-amerikanische Volksseele, das Vertrauen in die Fähigkeit des Staates, faire Wahlen auszurichten, wird nachhaltig erschüttert, und die restliche Welt reagiert mit unverhohlener Häme. Die Ausscheidung zwischen dem Demokraten Al Gore und dem republikanischen Kandidaten George W. Bush ist zum Kopf-an-Kopf-Rennen geworden, wenige Stimmen in einem einzigen Gliedstaat, Florida, werden über den Ausgang der Wahl entscheiden. In diese angespannte Lage platzt die Meldung einer ganzen Reihe von Unregelmässigkeiten im Wahlprozedere: Stimmbürger werden mit grotesken Argumenten ihres Wahlrechts beraubt, die mechanische Vorrichtung zur Stimmabgabe macht Zettel zuhauf unzählbar, und die verwirrende Gestaltung des Formulars lässt etliche Wähler protestieren, sie hätten irrtümlich dem falschen Kandidaten die Stimme gegeben. Als sich herausstellt, dass die Differenz der Stimmen der beiden Kandidaten für den Posten des politischen Oberhauptes von über 300 Millionen US-Amerikanern bei gerade einmal 327 Stimmen liegt, geht das Ringen in eine letzte, dramatische Runde. Die gewichtigsten Rollen spielen dabei weniger die Präsidentschaftskandidaten als ihre Chefstrategen - Ron Klain (Kevin Spacey) und Michael Whouley (Denis Leary) auf Seiten der Demokraten und ihre Antipoden James Baker (Tom Wilkinson) und Benjamin Ginsberg (Bob Balaban). Zum menschlichen Gesicht jener 37 Tage wird jedoch eine andere: Floridas verschrobene Innenministerin Katherine Harris (Laura Dern), die - wie sie selber sagt - vor Kurzem noch Senioren den Hühnertanz beigebracht hat und sich nun inmitten eines politischen Wirbelsturms von historischer Dimension wiederfindet. Von Qual der Wahl kann bei dieser HBO-Produktion keine Rede sein: Regisseur Jay Roach bereitet die noch heute kaum zu glaubenden Begebnisse um den Wahlakt von George W. Bush auf zu einem ebenso aufschlussreichen wie vergnüglichen Politfilm, der ebenso Thriller ist wie Farce. Dabei folgt die Handlung zwar weitgehend den Geschicken von Ron Klain im Lager der Demokraten, doch ergrei

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