Raus aus der Tretmühle

Raus aus der Tretmühle

Gesellschaft und SozialesD  

Laut forsa-Umfrage wünschen sich 40 Prozent aller Deutschen eine Auszeit vom Job, ein "Sabbatical". "37°" stellt Arbeitnehmer vor, die ihren Traum in die Tat umgesetzt haben.
Vorgestellt werden drei Protagonisten, die wenigstens einmal im Leben die tägliche Tretmühle Arbeitsplatz verlassen, wenigstens einmal etwas anderes erleben wollten. Warum sie sich dazu entschlossen haben und was sie sich davon erhoffen, erzählt dieser Film.
Dabei gehören sie noch immer zu einer Minderheit. Nur wenige Arbeitnehmer trauen sich, ein Sabbatical zu beantragen: meist aus finanziellen Gründen oder weil der Chef es nicht gestattet. Dabei sind einige Unternehmen gar nicht mal abgeneigt, ihren Arbeitnehmern eine Auszeit zu genehmigen. Sie hoffen darauf, dass der geplagte Kollege nach seiner Pause motivierter zurückkehren wird.
Die Hamburger Angestellte Monique ist erst 26 Jahre alt. Nach zehn Jahren in der gleichen Firma und im gleichen Bürojob beschlich sie das Gefühl, dass ihr vielleicht doch etwas fehlt. Um sich ihren Adrenalinschub zu verschaffen, machte sie Fallschirmspringen zu ihrem Hobby. Monique lernte dabei den Abenteurer Max kennen und beschloss, mit ihm auf Weltreise zu gehen - und dafür eine einjährige Auszeit vom Job zu nehmen. Dass diese Auszeit vom Job zur Zerreißprobe einer eher experimentellen Beziehung werden sollte, ist Teil der Beobachtung eines ganz besonderen Sabbaticals.
Dieter (50) aus Mannheim ist Lehrer an einer Berufsschule und ein begeisterter Segler. Mehr und mehr hatte er den Eindruck, dass er den Enthusiasmus und die Motivation für seinen Beruf verloren hat. Die Schule gestattete ihm ein ganzes Jahr Auszeit und die möchte Dieter nutzen: Er will die Welt umsegeln. Finanzieren kann er dies nur, weil er ständig zahlende Freunde mit an Bord nimmt. Anders als Monique scheint jedoch Dieter aus seiner Rolle als Lehrer nicht herauszukommen: Skipper Dieter motiviert, fragt und lehrt seine Mitsegler nach bestem pädagogischem Wissen und Gewissen.
Auch für Sabrina (27) aus der Umgebung von Straubing war es höchste Zeit, eine Pause in ihrem Job als Krankenschwester auf der Intensivstation einzulegen. Der Druck am Arbeitsplatz wurde immer stärker: längere Schichten, unregelmäßige Arbeitszeiten, immer mehr Stress. Mit der zunehmenden Belastung wurde Sabrinas Angst größer, bei ihrer Arbeit auf der Intensivstation womöglich lebensgefährliche Fehler zu machen. Für sie gab es daher nur eins: die Flucht aus dem Hamsterrad und absolute Ruhe. Finanziell war das alles für sie nicht einfach, aber schließlich wagte sie dennoch den Sprung in die Auszeit: als Sennerin auf der Königsalm in Österreich. Die atemberaubenden Berge, die Einsamkeit der Natur sollten ihr wieder neue Kraft geben. Nur mit der Einsamkeit hat es nicht so recht geklappt. Sabrina muss auch Wanderer bewirten - und diese scheinen oft und gerne auf ihre Alm zu kommen. Und so richtig kann sie sich auch nicht von ihrer Profession als Krankenschwester lösen: Die Kühe auf ihrer Alm umsorgt sie, als wären sie ihre Patienten.

Bewertung

0,0   0 Stimmen