Protokoll einer Katastrophe

Protokoll einer Katastrophe

'Unsere Spannung ist fast unerträglich... und unsere Hoffnung ist unermesslich, dass es klappen wird, dass es klappen kann.' Mit diesen Worten begrüßte ARD-Reporter Guido Schütte die Fernsehzuschauer am 7. November 1963 am Bohrloch von Lengede. Seit zwei Wochen berichteten die Medien fast ununterbrochen von der dramatischsten Rettungsaktion in der Geschichte des deutschen Bergbaus. Zwei Wochen lang harrten elf Bergleute in einer stockdunklen und extrem einsturzgefährdeten Höhle aus... 'Protokolle einer Katastrophe' rekonstruiert jene 14 Tage im Herbst 1963, in denen die halbe Welt nach Lengede blickte. Der Film dokumentiert die Ängste der Eingeschlossenen, die Verzweifelung der Angehörigen. Er beschreibt die technisch überaus komplizierten Rettungsbohrungen und beleuchtet die Rolle der Medien bei der ersten Katastrophe, die das deutsche Fernsehen live übertragenen hat.Am 24. Oktober 1963 fluteten 500.000 m3 Wasser und Schlamm die Erzgrube Mathilde im niedersächsischen Lengede. Die Wassermassen schlossen 50 Bergleute ein. Sieben von ihnen wurden am Tag nach der Katastrophe mit einem Floß gerettet. Drei weitere Männer überlebten, weil sich in 80 Meter Tiefe eine Luftblase gebildet hatte. Acht Tage lang hockten sie 13 Meter unterhalb des Wassserspiegels, ehe die Rettungsmannschaften sie bergen konnten. Am 2. November 1963 wurde die Suche nach Überlebenden offiziell abgebrochen, dennoch genehmigte die Rettungsleitung in der folgenden Nacht eine allerletzte Suchbohrung. In einem alten Abbaugebiet, in dem kein Experte eine Überlebenschance sah, stießen die Retter auf eine Gruppe von elf Männern. Sie waren seit zehn Tagen ohne Licht und Nahrung, und kauerten in einer Höhle, die jederzeit einstürzen konnte. Ihre Rettung war nur durch eine Verkettung von glücklichen Zufällen möglich, weshalb die Aktion als Wunder von Lengede in die Geschichte eingangen ist. Für 29 Lengeder Bergleute kam indes jede Hilfe zu spät.Autor Frank Bürgin sprach mit Eingeschlossenen und deren Ehefrauen, mit Rettern, dem zuständigen Vermessungsingenieur und dem damaligen Bergwerksdirektor. Eingebettet in Archivaufnahmen und Originaldokumenten schildern sie ihre Erlebnisse. Für die Beteiligten hat das Drama von Lengede auch40 Jahre nach der Katastrophe nichts von seinem Schrecken verloren. 'Unsere Spannung ist fast unerträglich ... und unsere Hoffnung ist unermesslich, dass es klappen wird, dass es klappen kann.' Mit diesen Worten begrüßte ARD-Reporter Guido Schütte die Fernsehzuschauer am 7. November 1963 am Bohrloch von Lengede. Seit zwei Wochen berichteten die Medien fast ununterbrochen von der dramatischsten Rettungsaktion in der Geschichte des deutschen Bergbaus. Zwei Wochen lang harrten elf Bergleute in einer stockdunklen und extrem einsturzgefährdeten Höhle aus ...
'Protokoll einer Katastrophe' rekonstruiert jene 14 Tage im Herbst 1963, in denen die halbe Welt nach Lengede blickte.

Bewertung

0,0   0 Stimmen