planet e.: Windkraft-Poker

planet e.: Windkraft-Poker

An der Nordsee herrscht Goldgräber-Stimmung. Vor der Küste sollen sich bald 6.000 Windräder drehen und die Energiewende in Deutschland vorantreiben. Die Fördergelder der Bundesregierung locken Investoren, die ihre Chance auf schnelles Geld wittern. Schon jetzt hat das Pokern um die besten Bauplätze im Meer begonnen. Die Energiewende ist ein lukratives Geschäftsfeld geworden, das finanzstarke Investoren lockt. Einer von ihnen ist Willi Balz und der will bei dem Geschäft ganz groß am Rad drehen. Der ehrgeizige Unternehmer rühmt sich, in dem Rennen die Nase ganz vorn zu haben. Balz Windräder stehen montagefertig zur Abholung bereit. Schon im nächsten Jahr will der Schwabe seinen ersten Windpark errichten und eine Millionen Deutsche mit grünem Strom vom Meer versorgen - ein Milliardengeschäft. Die Nordsee wird damit unweigerlich zum Industriegebiet und ausgerechnet die windkraftbegeisterten Norddeutschen stehen vor einem Dilemma. Denn die Stromleitungen der Off-Shore-Anlagen sollen mitten durch das Wattenmeer führen. Viele befürchten, dass dies das Ende für das einzigartige Ökosystem bedeutet. Damit kollidieren erstmals in Deutschland zwei positive Umweltanliegen miteinander. Die Suche nach Lösungen, wie sich Naturschutz und der Ausbau regenerativer Energien vereinbaren lassen, scheint eine Gratwanderung. Dabei gibt es auch Alternativen zu den Großanlagen im Meer: Hans-Herman Albers und Reinhard Christiansen haben hinterm Deich bereits in den 90er Jahren Windräder errichtet, an denen sich Menschen beteiligen können. Ihr Modell der Bürgerwindparks gerät jedoch durch die staatliche Förderung des Off-Shore-Wind ins Hintertreffen. Während die Stromanbindung für Mühlen zur See reibungslos vorangeht, müssen Albers und Christiansen mit ansehen, wie ihre Rotoren bei gutem Wind still stehen, weil die Leitungen zum Abtransport des Windstroms an Land nicht ausgebaut werden.

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