planet e.: Tropenholz auf der Veranda

planet e.: Tropenholz auf der Veranda

Jährlich werden weltweit rund 650 Millionen Kubikmeter Holz illegal gefällt, vor allem Urwaldriesen aus den tropischen Wäldern. In Kamerun wird die Hälfte der Bäume illegal geschlagen, in Brasilien, Indonesien und Kambodscha sind es sogar 90 Prozent. Und dieses illegale Holz landet auch bei uns. Um den Raubbau zu stoppen, gilt seit dem 3. März 2013 in der EU eine neue Holzhandelsverordnung, die den Import von geschütztem und illegal geschlagenem Holz unter Strafe stellt. Aber ist jetzt alles, was in unseren Baumärkten und Möbelhäusern angeboten wird, wirklich legales Holz? Stefan Ziegler, Artenschutzreferent des WWF, ist Raubbau-Ware auf der Spur. Im Internet, in Baumärkten und Möbelhäusern macht sich der Holzdetektiv auf die Suche nach tropischen Edelhölzern, die per Verordnung in der EU nicht verkauft werden dürfen. Der größte Teil der in Deutschland erhältlichen Hartholzmöbel stammt aus Südostasien, die meisten tragen das Label 'Made in Vietnam'. Fenster, Türen und vor allem Gartenmöbel aus Teak, Balau, Keruing, Bangkirai & Co eignen sich hervorragend für den Außenbereich. Aber die Edelhölzer wachsen fast nur in Naturwäldern. Und das macht den Holzdetektiv Ziegler stutzig. Denn Vietnam hat seine Naturwälder unter Schutz gestellt. Stellt sich die Frage, woher all die Tropenmöbel, die unter dem Label 'Made in Vietnam' verkauft werden, stammen. 'planet e.' begleitet Stefan Ziegler bei seinen Recherchen in Vietnam. Mit Rangern begibt er sich auf eine Patrouille in den Bergwäldern. Dabei entdecken sie Spuren des Raubbaus. Ziegler forscht in den Dörfern nach illegalen Holzfällern, recherchiert in Sägewerken und beobachtet die Exportverschiffung von Urwaldriesen im Hafen von Danang. Immer wieder stößt der Artenschutzexperte auf Mauern des Schweigens. Aber er findet heraus, was wirklich drin ist, wenn 'Made in Vietnam' draufsteht. Vietnam kauft seine Edelhölzer in den Regenwäldern Amazoniens, Indonesiens, Laos, Kambodschas und Malaysias ein. Legale Praxis, solange keine Raubbauhölzer dabei sind. Aber auf dem langen Weg des Transports und der Verarbeitung wird illegales Holz schnell rein gewaschen. Und solange diese Lieferkette eine undurchsichtige Grauzone bleibt, werden auch weiterhin illegale Hölzer zu uns exportiert.

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