planet e.: Sardiniens tödliches Geheimnis

planet e.: Sardiniens tödliches Geheimnis

Sardinien gilt als Bilderbuchinsel mit traumhaften Sandstränden und kristallklarem Wasser. Was aber kaum jemand weiß: Auf der Mittelmeerinsel liegt der größte Truppenübungsplatz der NATO in Europa: Poligono Sperimentale Interforze del Salto di Quirra. Das zirka 130 Quadratkilometer große Sperrgebiet erstreckt sich im Osten Sardiniens bis weit in das Meer hinein. Hier trainieren die Truppen der NATO-Mitglieder und anderer Staaten für den Ernstfall. Und sie nutzen das Gelände zur Erprobung neuer Raketen und Munition. Waffen, deren Zusammensetzung und Bau in der Regel nur sie kennen. Was dabei in die Luft, den Boden oder das Wasser gelangt, weiß niemand so genau. Seit Jahren beklagen die Hirten der Region Missbildungen bei neugeborenen Schafen und Kühen. Ungewöhnlich viele Zivilisten und Soldaten erkranken an Lymphomen und Leukämie. War es abgereichertes Uran in so genannter DU-Munition, das hier zum Einsatz kam? Vieles spricht dafür. Denn abgereichertes Uran ist extrem giftig, und es ist radioaktiv. Eine andere Quelle von Radioaktivität könnte Thorium sein - ein ebenfalls gesundheitsschädliches Gift. Der Sarde Pitzente Bianco lebt in Berlin und setzt sich seit langem dafür ein, dass die Missbildungen und Erkrankungen in der Umgebung von Salto di Quirra bekannt werden. Während seiner Reise nach Sardinien hat 'planet e.' ihn bei seinen Recherchen begleitet. Bianco geht der Frage nach, was die Menschen und Tiere so krank gemacht hat beziehungsweise noch immer krank macht. Er trifft den Staatsanwalt Dr. Domenico Fiordalisi, der seit Januar 2011 wegen Umweltverschmutzung und fahrlässiger Tötung ermittelt. Fiordalisi setzte die umfangreichste Untersuchung, die es je auf einem militärischen Gelände gab, in Gang. Er fördert zu Tage, dass auf einem bestimmten Sektor des Militärgebiets alte, unbrauchbare Waffen, unter anderem auch Napalmbomben, per Explosion entsorgt worden sind. Jede weitere Explosion in der Umgebung wirbelte mit Giften und Schwermetallen belasteten Staub auf, den der Wind in die umliegenden Dörfer trug.

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