planet e.: Räuber der Meere

planet e.: Räuber der Meere

Ein dunkler, mächtiger Schatten schiebt sich aus dem dicken abendlichen Nebel über dem Atlantik. 'Helen Mary' prangt in fetten weißen Lettern auf dem Bug, die Flagge am Heck ist schwarz-rot-gold. 300 Meter lang ist das Netz, das der Megatrawler wenig später gemächlich an Bord zieht. Prall gefüllt mit silbrig glänzendem Fisch droht es unter der Last zu bersten. Solche Beutezüge will Iris Menn von Greenpeace verhindern. 'Ich bin hier, um die Ozeane zu schützen', sagt sie. 'planet e.' hat die Meeresbiologin und Umwelt-schützerin in die fischreichen Gründe vor Mauretanien und dem Senegal begleitet. Iris Menn jagt die maroden aber effektiven Fangflotten aus Asien, Russland und dem Baltikum genauso wie die hochmodernen Fischtrawler aus Europa, doku-mentiert das skrupellose Treiben. Mehr als 200 Tonnen Makrelen ziehen Fischfänger wie die 'Helen Mary' an einem Tag aus dem Meer, verarbeiten sie noch an Bord zu verzehrfertigen Filets. Beutezüge, die die Ozeane nicht verkraften können. Die Meere nicht, aber auch nicht die Menschen an Afrikas Küsten. Millionen leben an Westafrikas Küsten vom Fischfang, doch die Netze bleiben leer. Mit Iris Menn hat das 'planet e.'-Team die Einheimischen in ihren Pirogen aufs Meer begleitet, die Folgen der Plünderei der Meere dokumentiert. Der Ertrag deckt nicht einmal die Kosten. Iris Menn stellt Europas Fangflotten auf den Prüfstand, 'planet e.' fragt die Verantwortlichen. Die Ergebnisse sind ein Dokument der Ohnmacht: Alle Versuche, die Plünderung der Weltmeere zu stoppen, sind gescheitert. 75 Prozent der Gewässer weltweit sind bereits überfischt. Und mit gigantischen Subventionen aus Steuergeldern rauben die Fangflotten die Ozeane weit weg von zuhause noch effektiver aus. 'planet e.' geht der Frage nach, ob die Apokalypse für Afrikas Fischer und die Meere noch aufzuhalten ist.

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