planet e.: Nebenwirkung Ausrottung

planet e.: Nebenwirkung Ausrottung

Tigerknochen gegen Rheuma und Malaria, Nashornmehl als Fiebermittel, Seepferdchen als Potenzmittel - die Liste der chinesischen Wundermedizin ist lang. Obwohl inzwischen erwiesen ist, dass die meisten 'Medikamente' keine oder nur geringe Wirkung haben, ist der Glaube an ihre Heilkraft zumindest in Asien noch immer weit verbreitet. In der Traditionellen Chinesischen Medizin dienen Körperteile und körpereigene Sekrete bedrohter Tierarten als Heilmittel, Nahrungsergänzung und Potenzmittel. In vielen asiatischen Ländern glaubt man zudem an Stärkung durch den Verzehr eines 'starken' Lebewesens. So sollen vor allem Bärentatzen, Wildkatzenfleisch, Tigerbarthaare oder -knochen Kraft, Lebensmut und Gesundheit verleihen. Die Folgen sind dramatisch, obwohl der Handel mit vielen bedrohten Tierarten längst verboten ist. Auf dem Schwarzmarkt werden mit Rhino-Horn oder Tigerknochen Gewinne erzielt, die durchaus mit denen aus Drogenhandel vergleichbar sind. Und so lässt der Druck auf die Tierwelt nicht nach - im Gegenteil: Das Nashorn ist in Asien weitgehend ausgerottet. Die Zahl der wilden Tiger in Asien ist so niedrig wie niemals zuvor. Hauptursache ist die Wilderei, der immer mehr Tiere zum Opfer fallen. Sie werden mit Schusswaffen niedergestreckt, mit Schlingen gefangen oder durch Köder vergiftet. 15 000 Euro sollen Wilderer auf dem Schwarzmarkt für einen toten Tiger bekommen. Quer durch Asien hat sich 'planet e.' auf die Spuren von Wilderern, Händlern, Wunderheilern und Ärzten begeben. Die ZDF-Umweltdokureihe 'planet e.' befasst sich vor dem Hintergrund der UN-Konferenz zur Biologischen Vielfalt (vom 8. bis 19. Oktober in Hyderabad, Indien) in zwei weiteren Dokus mit dem Thema 'Bedrohte Arten': Sonntag, 7. Oktober 2012: 'Tod im Bienenstock' und Sonntag, 21. Oktober 2012: 'Froschalarm'.

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