planet e.: Die Plastik-Revolution: Die Plastik-Revolution - Konzepte gegen die Kunststoff-Flut planet e.: Die Plastik-Revolution: Die Plastik-Revolution - Konzepte gegen die Kunststoff-Flut

planet e.: Die Plastik-Revolution: Die Plastik-Revolution - Konzepte gegen die Kunststoff-Flut

ZDFinfo Live-TV ZDFinfo 25.09., 12:55 - 13:25 Uhr
DokumentationD 201930 Minuten 

Plastik braucht einen ganz neuen Plan. Es gibt viele Ansätze, besseres Recycling, Ersatzstoffe, Verbote. Doch noch wird mit der massenhaften Produktion von neuem Plastik mehr Geld verdient. Shampoo-Flaschen werben mit dem Aufdruck "20 Prozent Ocean-Plastics", die EU verbietet Strohhalme, Plastiktüten kosten plötzlich. Aber reicht das, um die "Plastifizierung" der Welt aufzuhalten? Mikro-Plastik in unserem Essen, Müllteppiche auf dem Meer von Bali bis zu den Bahamas, verendete Schildkröten mit Supermarkt-Verpackungen im Magen - immer mehr Menschen auch in Deutschland erkennen: So kann es nicht weitergehen mit dem Plastik-Wahn. Ideen und Ansätze gibt es viele. Wissenschaftler weltweit suchen nach Alternativen zu dem ölbasierten, langlebigen Material. Im brandenburgischen Ort Schwarzheide etwa haben Wissenschaftler der Fraunhofer-Gesellschaft einen Bio-Kunststoff entwickelt. Hergestellt werden kann er aus Mais, Holz, ja sogar aus Bio-Abfällen. "Unter Idealbedingungen ist das Material innerhalb weniger Monate biologisch abbaubar", schwärmt Forschungsleiter Thomas Büsse. Sehr bald könne Folie aus diesem Bio-Kunststoff genauso reißfest, luft- und wasserdicht produziert werden wie herkömmliche Verpackungsfolie für die Lebensmittelindustrie. Das Problem: Die großen Hersteller von herkömmlichem Plastik bremsen, intervenieren bei der Politik, fürchten um ihr Milliardengeschäft. Das bekommt auch Reinhard Schneider zu spüren. Der Inhaber des Mainzer Unternehmens "Werner & Mertz" setzt bei der Herstellung von Haushaltsreiniger-Verpackungen der Marke "Frosch" ganz auf Recycling. "Unsere Flaschen und Beutel bestehen zu 100 Prozent aus recyceltem Plastik - unter anderem direkt aus dem Gelben Sack", sagt Schneider. Möglich machen es neue Fertigungstechniken und ein Sensor für Recyclinganlagen, der den Verpackungsmüll besonders fein auf brauchbares Material scannt. Schneider hat eine Recyclat-Initiative gegründet, die andere Unternehmen einlädt, sich an diesem Kreislauf-Verfahren zu beteiligen. Schneiders Fazit: Die Recycling-Quoten könnten viel, viel höher liegen. Doch wirtschaftlich lohnenswert wird es erst, wenn möglichst viele Firmen mitmachen. Auch Schneider spürt den Gegenwind der Plastik-Lobby, vermisst die Unterstützung der Politik. Es steht viel Wissen rund um den Problemstoff Plastik bereit. Große Einsparpotenziale sind erkennbar, auch die Verbraucher scheinen veränderungsbereit. Die Chance eines wirklichen Umsteuerns ist zum Greifen nah. "planet e." geht diesen Ansätzen nach und hinterfragt kritisch die Aussagen der Plastik-Lobby, selbst an Problemlösungen zu arbeiten.

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