planet e.: Die Flussflüsterer

planet e.: Die Flussflüsterer

Auch in diesem Jahr hat es in Deutschland und anderswo zahlreiche Hochwässer gegeben. Der Klimawandel wird dafür sorgen, dass wir auch in Zukunft mit der Verwüstung ganzer Landstriche rechnen müssen. Selbst kleine Flussläufe werden zu einer reißenden Gefahr. Mehr als 60.000 Wehre zerschneiden Deutschlands Flüsse und Bäche, vielerorts an dicht besiedelten Gebieten. Sie stauen das Wasser zurück und verzögern somit die Fließgeschwindigkeit. Das Problem: Die Wehre versperren den Fischen auf ihren Wanderungen den Weg. Das sei nicht vereinbar mit dem Naturschutz, meinten die Behörden der EU. Ihre Wasserrahmenrichtlinie fordert deshalb, bis 2015 die Flüsse wieder durchgängig für Fische zu machen. Und so werden viele Flüsse zu Baustellen. Für die 'Flussflüsterer' unter den Ingenieuren keine leichte Aufgabe. Sie sollen den Auflagen des Naturschutzes, gleichzeitig aber auch den Forderungen der Anrainer nach verbessertem Hochwasserschutz nachkommen. Würde man die Wehre herausnehmen, würde der Fluss schneller abfließen und dabei die Ufer beschädigen. planet e. zeigt Wege aus dem Dilemma. Der österreichische Gewässermeister Otmar Grober hat Methoden entwickelt, die Lebensräume der Fische und die Wasserqualität zu verbessern und gleichzeitig die Ufer bei Hochwasser besser zu schützen. Unkonventionell und kostengünstig. Er baut z.B. Pendelrampen und Trichter in die Flüsse ein. Grobers innovative Ideen sind inzwischen auch in Deutschland angekommen. Zwischen Spree und Neisse in der Lausitz.

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