planet e.: Die Fischretter

planet e.: Die Fischretter

Daniel Stepputtis vom Rostocker Thünen-Institut für Ostseefischerei hat eine Mission: Er will die Fischerei in der EU revolutionieren mit einem 'Oben-ohne-Netz'. 'planet e.' besucht den Biologen bei seinen Forschungen auf hoher See und begleitet Fischer, die schon heute versuchen, umweltfreundlich zu fischen. Atemberaubende Bilder und Experimente, die hoffnungsvoll stimmen: Das 'topless-trawl' - wie das neue Netz in der Fachsprache heißt - scheint eine mögliche Lösung. Dorsche sollen in ihm nach oben flüchten können, während Plattfische sich im Netz verfangen. Könnte so das Fischen der Zukunft aussehen? Volle Netze, leere Meere: Rund 90 Millionen Tonnen Fisch werden weltweit pro Jahr aus den Ozeanen gezogen. Die Deutschen essen jährlich im Durchschnitt 15 Kilogramm Fisch. Bei vielen Arten gehen die Fangmengen seit Jahren zurück, weil es immer weniger junge Fische gibt. Auch Nord- und Ostsee gelten als überfischt. Noch immer wird in europäischen Gewässern so genannter Beifang, also Fisch, für den der Fischer keine Fangquote hat oder den er schlicht nicht anlanden darf, wieder ins Meer geworfen. Das ist nichts, was sich Fischer ausgedacht haben. Die Politik schreibt bis jetzt vor, dass Beifang wieder über Bord wandert. 90 Prozent der Fische überleben diese Rückwurf-Prozedur nicht. Das will die EU demnächst ändern: Beifang soll künftig drastisch reduziert werden. Wie das in der Praxis funktionieren könnte, weiß keiner besser als der Rostocker Forscher Daniel Stepputtis. Sein Credo: Beifang soll erst gar nicht an Bord gezogen werden. Der Forscher entwickelt gemeinsam mit seinen Kollegen schlaue Netze. Sie sollen der einen Fischart ermöglichen, zu flüchten, während die Fischart, die der Fischer haben möchte, ins Netz wandert. Dazu erforschen die Wissenschaftler das Verhalten der Fische im Wasser. 'planet e.' ist beim Wettstreit altes gegen neues Netz dabei. Wird das 'Oben-ohne-Netz' funktionieren? Werden die richtigen Fische im Netz bleiben? Und wird sich das Fischen mit einem nach oben offenen Netz für die Fischer auch wirtschaftlich lohnen?

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