planet e.: Der Schatz vom Geistersee

planet e.: Der Schatz vom Geistersee

Sie ist eine weltbekannte Fossilfundstätte und das erste UNESCO-Weltnaturerbe in Deutschland: die Grube Messel, nahe Darmstadt gelegen. Die Funde erzählen Geschichten aus dem Erdzeitalter vor 50 Millionen Jahren. So zeugen versteinerte Krokodile, Beuteltiere und Halbaffen aber auch Palmen und Blüten davon, dass zu dieser Zeit in Deutschland tropische Klimaverhältnisse herrschten. Für die Forscher ist Messel heute eine unermessliche Schatzkammer. Und so versuchen sie mit Hilfe modernster Untersuchungsmethoden die Geheimnisse der Urzeit zu entschlüsseln. Renate Rabenstein ist Wissenschaftlerin am Frankfurter Senckenberg Forschungsinstitut. Seit Jahren tragen sie und ihr Team die Mosaikteilchen des Urzeitpuzzles zusammen. Die Grube Messel, das zeigen ihre Analysen, war früher ein Süßwassersee, der durch einen Vulkanausbruch entstanden ist. Am Rande des Sees wuchs ein üppiger Tropenwald, darin lebten Krokodile, Halbaffen und Vögel. Der See ist im Laufe von Millionen Jahren ausgetrocknet, die Tierskelette und Pflanzenreste wurden im Gestein konserviert. Das Mysterium der Grube Messel treibt die Paläontologin zu ständig neuen Untersuchungen an. Sie will erforschen, ob die Urtiere und -pflanzen mit denen der heutigen Zeit identisch sind. Und: ob es irgendwo auf der Welt noch Ökosysteme gibt, die den Gegebenheiten der Grube Messel ähneln. So startet Renate Rabenstein eine einzigartige Entdeckungstour. Erste Station ihres Urzeitvergleichs ist der tropische Regenwald Boliviens. Er ist extrem artenreich, ein ganzer Landstrich ähnelt gar der Grube Messel. Schon nach wenigen Tagen macht die Naturforscherin einen erstaunlichen Fund: Viele Palmenarten, die heute im tropischen Klima gedeihen, sind den fossilen Pflanzen, die in der Grube Messel bisher freigelegt wurden ähnlich. Daneben findet Renate Rabenstein auch Tiere, die im Aussehen und Erbgut Parallelen zur Urzeit aufweisen, wie etwa Fledermäuse, Schmetterlinge, Käfer und Frösche.

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