planet e.: Der Fluch des Goldes

planet e.: Der Fluch des Goldes

Gold hat für ihn die Farbe grün. Der Geologe Thomas Siepelmeyer will Juweliere davon überzeugen, nur Gold zu verarbeiten, das umwelt- und sozialverträglich gewonnen wurde. Grünes Gold. Beziehen lässt sich das gefragte Edelmetall von Goldsuchern, die es per Hand aus den Flüssen waschen, zum Beispiel in den peruanischen Anden. Das ist zwar mühsam, und die Ausbeute ist gering, aber es gibt keinen Einsatz von Chemikalien und keine Umweltverwüstung. Und die Nachfrage steigt langsam an, vor allem bei jungen Paaren. Denn für einen gewöhnlichen Ehering fallen sonst bis zu zehn Tonnen Abraum an. Erde, die manchmal auch mit Uran und anderen Schwermetallen versetzt ist. Eine Vorstellung, die für viele nicht sehr romantisch klingt. Romantik und sonstige Sentimentalitäten sind den Goldbrokern egal. Sie bedienen mit Hochdruck einen der profitabelsten Märkte der Welt. Denn seit Jahren steigt der Preis für Gold scheinbar unaufhaltsam in schwindelnde Höhen. Grund ist die Angst der Anleger, die sich angesichts von Bankenkrisen und weltweiter Schuldenberge massiv vor einer Inflation fürchten und für ihr Geld lieber das Edelmetall kaufen. 'planet e.' schaut sich diesen boomenden Goldmarkt näher an: Wo kommt das Gold eigentlich her? Wie und unter welchen Arbeitsbedingungen wird es gefördert, und wie funktioniert der Handel? In Südafrika zeigt Thomas Siepelmeyer das größte Goldfeld der Erde: Im Witwatersrand-Gebiet bei Johannesburg wurden bis heute mehr als 40 000 Tonnen Gold abgebaut. Hier fressen sich die Schächte immer tiefer in die Erde. Der steigende Goldpreis macht die Förderung heute selbst unter schwierigsten Bedingungen profitabel. Siepelmeyer zeigt, wie mit größtem technischem Aufwand in 3500 Meter Tiefe das Edelmetall gefunden und ans Tageslicht gebracht wird. Und welche Konsequenzen das für die Arbeiter und die Umwelt hat. Für elf Gramm Gold muss eine Tonne Gestein an die Oberfläche transportiert und aufgebrochen werden, teils mit aggressiven chemischen Substanzen. Und es wird nicht besser werden. Denn längst gibt es einen Massenmarkt für Gold.

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