Persischstunden

Persischstunden

Die belarussisch-deutsch-russische Coproduktion "Persischstunden" des in Kanada ausgebildeten ukrainischen Regisseurs Vadim Perelman basiert auf der Erzählung "Erfindung einer Sprache" (1977) von Wolfgang Kohlhaase und feierte 2020 Premiere auf der Berlinale.

In den Hauptrollen spielen mit dem bereits zuvor im europäischen Kino aktiven, multilingualen Argentinier Nahuel Pérez Biscayart ("Vor der Morgenröte", "120 BPM") und Lars Eidinger ("25 km/h", "Nahschuss") die beiden Wunschschauspieler Perelmans erstmals zusammen. In den Nebenrollen setzt "Persischstunden" mit Schauspieltalenten wie Jonas Nay ("Wir sind jung. Wir sind stark.") oder Leonie Benesch ("Babylon Berlin") verstärkt auf deutsche Nachwuchsdarsteller*innen.

Ähnlich wie Roberto Benignis Filmklassiker "Das Leben ist schön" (1997) nähert sich "Persischstunden" mit einer einzigartigen Mischung aus einem berührenden Drama und Momenten ins Groteske reichender (Situations-)Komik seinem herausfordernden Handlungsort eines nationalsozialistischen Gefangenenlagers. Dieses wird seitens der Filmschaffenden mit großem Authentizitätsstreben bis hin zu den lokalen Hierarchien nachgezeichnet, wobei dem Film das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof im Elsass als Vorlage diente.

Auf eine ungleich intelligente Art und Weise setzt sich Perelmans Film insbesondere in seinem berührenden Ende mit dem Thema des Erinnerns auseinander und kommt in der empathievollen Darstellung seines Hauptprotagonisten einer Verbeugung vor dem menschlichen Überlebenswillen nahe.

Als durchaus mutig mag die Entscheidung des Regisseurs angesehen werden, auch den von Lars Eidinger verkörperten Antagonisten für das Publikum emotional verschiedentlich greifbar zu machen. Nach eigenen Aussagen Perelmans vertieft jedoch gerade dieser Miteinbezug menschlicher Qualitäten - und das Wissen um diese - die Grausamkeit der im "Dritten Reich" verübten Verbrechen.

Weitere Sendungen zu "80 Jahre Wannseekonferenz":

19. Januar: Krieg und Holocaust (Folgen 1 bis 5)

24. Januar: Der Fernsehfilm der Woche - Die Wannseekonferenz mit anschließender Dokumentation

25. Januar: ZDFzeit: Ganz normale Männer - "Der vergessene Holocaust"

26. Januar: Krieg und Holocaust (Folgen 6 bis 10)

28. Januar: Ein Tag in Auschwitz

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