Österreich II: Österreich und der Kalte Krieg

Österreich II: Österreich und der Kalte Krieg

Die 29. Folge von Hugo Portischs großer Geschichtsserie "Österreich II" führt zurück in die Zeit unmittelbar nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch Truppen des Warschauer Paktes. Sowjetpanzer stehen jetzt nicht nur im Osten, sondern auch im Norden an Österreichs Grenze. Der Kalte Krieg hat einen neuen Höhepunkt erreicht. Die Bundesregierung ist in größter Sorge - Marschall Tito erwartet einen Angriff des Warschauer Paktes auch gegen Jugoslawien und warnt Österreich vor einem Durchmarsch der Sowjetarmee. Hohe Militärs berichteten in "Österreich II" erstmals davon was diese Warnungen bedeuteten und wie wahrscheinlich es war, dass Tito Recht behalten würde. Ein General des Planungsstabes der Sowjetarmee gibt offen zu, dass die Sowjetarmee "im Falle eines Angriffs der NATO" den Durchmarsch durch Österreich nach Bayern und Norditalien vorbereitet hatte. Dabei wären auch Atomwaffen zum Einsatz gekommen. Ein ungarischer General, stellvertretender Generalstabschef des Warschauer Paktes, bestätigte dies. So eindeutig wurde dies von hohen Militärs zuvor noch nie zugegeben: Die Neutralität hätte Österreich nicht geschützt.

So fasste die damalige Bundesregierung unter Bundeskanzler Josef Klaus den Beschluss, im Westen Österreichs ein atomsicheres Bunkersystem errichten zu lassen, von dem aus die militärische Verteidigung und die Zivilverwaltung aufrechterhalten werden könnten.

In jenen Jahren nimmt aber auch der Konflikt um Südtirol blutige Formen an. Eine Reihe von Attentaten und Überfällen fordert Menschenleben in Italien und Österreich. Die Regierungen in Rom und Wien, aber auch die Südtiroler Politiker sind bestrebt, das Problem endlich zu lösen. In Geheimverhandlungen wird eine weitgehende Autonomie für die Südtiroler vereinbart - das sogenannte "Paket". Ein großer Erfolg der österreichischen Südtirol-Politik, doch nicht Bruno Kreisky, der sie eingeleitet hat, sondern die Regierung Klaus und deren Außenminister Kurt Waldheim ernten die Früchte. Kreisky steht als neuer Vorsitzender an der Spitze der SPÖ und damit an der Spitze der Opposition. Umsichtig bereitet er die Rückkehr der SPÖ an die Macht vor und diesmal möglichst als stärkste Partei. Von der "Eisenstädter Erklärung" mit ihrer klaren Verurteilung jeglicher Diktatur, zur Erstellung eines umfassenden Regierungsprogrammes, reichen diese Vorbereitungen Kreiskys. Spannend werden sie in dieser Folge von "Österreich II" rekonstruiert - mit vielen Dokumenten und Aussagen der damals agierenden Personen.

Auch die Kultur kommt in dieser Folge nicht zu kurz. Es ist die Zeit der Blumenkinder und die große Zeit des Musicals. Leonard Bernsteins "West Side Story" wird unter Marcel Prawys Führung zur "Wien Side Story", und im Theater an der Wien wird Josef Meinrad als "Mann von La Mancha" auf seinen Abenteuern von Blanche Aubry und Fritz Muliar begleitet.

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