Ortheils Oasen oder Wer schreibt lebt!

Ortheils Oasen oder Wer schreibt lebt!

In Rom wollte er Pianist werden. Der Westerwald ist seine Heimat. In Stuttgart lebt er mit seiner Familie. In Hildesheim unterrichtet er Schreiben. In Venedig und auf Torcello folgt er den Spuren Hemingways, seinem großem Vorbild. Wo er sich auch befindet, er beobachtet, er schreibt, schreibt Tagebuch, notiert seine Eindrücke, bis sie sich verdichten zu einem Roman.
Sein Schicksal, seine Familiengeschichte ist dramatisch. Seine Mutter verlor vier Söhne, bevor er zur Welt kam und überlebte. Hanns-Josef Ortheil war als Kind stumm. Nicht weil er organisch krank war. Er war eine Symbiose mit seiner unglücklich-stummen Mutter eingegangen. Er lernte erst sprechen, als er zur Schule kam.
Doch Ortheil ist nicht nur ein Schriftsteller, er ist ein Lebenskünstler, ein Genießer. Der Film von Ulrike Kahle-Steinweh begleitet Hanns-Josef Ortheil an jene Orte, die so Unterschiedliches für ihn bedeuten: Er zeigt ihn auf seinen frühmorgendlichen Wegen durch sein geliebtes Rom, beim Weinverkosten in den besten Bars von Venedig und in Hemingways Zimmer in der berühmten Locanda Cipriani auf Torcello. Außerdem erzählt Ortheil, wie der Krieg das Schicksal seiner Familie beeinflusste, wie er endlich sprechen lernte und warum er nicht Pianist werden konnte, sondern stattdessen Schriftsteller wurde.

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