Orchesterfarben: Schönbergs 'Pelléas und Melisande'

Orchesterfarben: Schönbergs 'Pelléas und Melisande'

In der Fernsehreihe 'Orchesterfarben' wirft Michael Gielen einen Blick auf die Entwicklung des Orchesterklanges im 20. Jahrhundert. In dieser Folge setzte er sich mit 'Pelléas und Melisande' auseinander - der sinfonischen Dichtung für Orchester des Wiener Komponisten Arnold Schönberg. Als 1902 in Wien dessen Streichsextett 'Verklärte Nacht' op. 4 uraufgeführt wurde, komponierte Schönberg bereits sein op. 5, ein Werk für groß besetztes Orchester: 'Pelléas und Melisande' nach dem gleichnamigen Drama des Schriftstellers Maurice Maeterlinck. In seinem einsätzigen Orchesterwerk konnte Schönberg 'Stimmungen und Charaktere in präzis geformten Abschnitten wiedergeben'. Dabei hat er mit einer ausgedehnten Sonatensatzform und musikalischen Leitmotiven gearbeitet. Wagners Gedanke von der Anwendung sinfonischer Techniken auf die Oper verbindet sich mit Schönbergs damaligem Willen zu übersteigerter Expressivität zu einem der bedeutendsten Werke des Wiener Jugendstils. Die Harmonik geht weit über die Dur-Moll-Tonalität hinaus. Die musikalische Sprache ist geradezu schwelgerisch und kündet bereits von 'anderen Planeten', die Schönberg später durch seine 'Komposition mit zwölf nur aufeinander bezogenen Tönen' erreichte. Der 1927 geborene Dirigent und Komponist Michael Gielen war von 1986 bis 1999 Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg, danach ständiger Gastdirigent. Anlässlich seines 75. Geburtstages im Jahr 2002 wurde er vom Orchester zum Ehrendirigent auf Lebenszeit ernannt.

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