Nicht ohne meine Mutter

Nicht ohne meine Mutter

DokureiheD  

Mit letzter Kraft schleppt sich die junge Frau an die Babyklappe einer Klinik im Ruhrgebiet und legt ihre neugeborene Tochter hinein. Niemand wusste, dass die 22-jährige Selina überhaupt schwanger war, und auch jetzt soll es keiner erfahren. Einsamkeit und Angst vor dem Lebenspartner seien die Hauptgründe dafür, ein Neugeborenes abzulegen oder auszusetzen, sagen Frauen wie Birgit (38) oder Nadja (23). Beide sind in Haft, weil sie ihre Kinder am Tag der Geburt getötet haben. Jede Woche wird in Deutschland ein Baby ausgesetzt, so die nüchterne Statistik. Etwa die Hälfte aller Säuglinge überlebt eine solche Verzweiflungstat der Mutter. Nicht jedes Neugeborene wird gefunden, weiß die Polizei, und so ist die Dunkelziffer hoch. Manches Baby verschwindet, als sei es nie geboren worden. Dabei hätte alles gut werden können, so wie bei Selina aus dem Ruhrgebiet: 'Nach einigen Tagen habe ich gespürt, wie sich eine tiefe Liebe zu der Kleinen entwickelt, und wollte sie wiederhaben.' Manchmal braucht Mutterliebe nur Zeit. Manchmal bleibt sie aber auch einfach aus. Vor allem bei Müttern, die selbst schon keine Wärme erlebt oder gelernt haben. Wenn die Mutterliebe fehlt, reicht das Spektrum der Folgen für ein Kind von emotionaler Kälte über Vernachlässigung bis hin zu Schlägen, unabhängig von der sozialen Schicht. '37°' begleitet Menschen wie Manuela, die jetzt 35 Jahre alt ist. Sie hat Mutterliebe nie erfahren, nur Ablehnung und Gewalt. Schon als Kind stand sie auf dem so genannten 'Babystrich' in Köln. Ihr Leben ist ein extremer Beweis dafür, was geschehen kann, wenn eine Mutter nicht zur Liebe für ihr Kind fähig ist. Der Film zeigt an ungewöhnlichen Beispielen, dass uns alle das Thema Mutterliebe ein Leben lang begleitet.

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