Nicaragua - Die gestohlene Revolution

Nicaragua - Die gestohlene Revolution

Durch eine Revolution entmachteten die Sandinisten im Jahr 1979 den Somoza-Clan in Nicaragua und weckten damit große Hoffnungen in dem seit 50 Jahren von einer Diktatur unterdrückten Volk. Die einzigartige, von weiten Teilen der Bevölkerung und einem breiten politischen Spektrum getragene Revolution begeisterte die ganze Welt. Im Gegensatz zu vorangegangenen Versuchen war sie frei von strengen Dogmen und zeigte mitten im Kalten Krieg eine Alternative zu der in Ost- und Westblock aufgeteilten Welt. Doch bereits neun Monate später war es vorbei mit der friedlichen Revolution. Es folgte ein Bürgerkrieg, in dem die machthabenden Sandinisten gegen die US-finanzierte Widerstandsbewegung Contra kämpften. Das Land blutete völlig aus. Die Kriegswirtschaft ruinierte Nicaragua und verhinderte die geplanten Sozialreformen. Der weitere Verlauf der Revolution spaltete die Gesellschaft. Die flächendeckende Überwachung und die Zensur durch sandinistische Organisationen erstickten jegliche demokratische Äußerung im Keim. Zudem schnürte das von der US-Regierung verhängte Embargo dem Staat die Luft ab, die Bürger hungerten. War die Revolution von Anfang an zum Scheitern verurteilt oder hätten die ursprünglichen Hoffnungen wahr werden können? War es der internationale Kontext oder waren es die inneren Widersprüche, die diese Hoffnungen zu Fall brachten? Sowohl der 2011 wiedergewählte Präsident Daniel Ortega als auch seine politischen Gegner, die sandinistischen Revolutionäre, die sich seit den 90er Jahren in einem Machtkampf mit ihrem Ex-Anführer befinden, verfolgten damals hehre Ideale. Was ist aus diesen Zielen geworden? Zu Wort kommen in dem Dokumentarfilm von Clara Ott und Gilles Bataillon unter anderem ehemalige Kämpfer und Mitglieder der ersten Regierung von Daniel Ortega.

Bewertung

0,0   0 Stimmen