Mohammeds verfeindete Erben

Mohammeds verfeindete Erben

Als der Prophet Mohammed stirbt, entbrennt unter seinen Anhängern ein erbitterter Kampf um die Nachfolge, dessen Auswirkungen bis heute für Konflikte sorgen.

Die muslimische Welt teilt sich in Sunniten und Schiiten. Beide Gemeinschaften beanspruchen für sich, die wahren Nachfolger des Propheten Mohammed zu sein. Ein Konfliktpotenzial, das die Welt des Nahen Ostens bis heute in Atem hält.

Weil der Prophet Mohammed vor seinem Tod keinen Nachfolger bestimmt, kommt es unter seinen Familienangehörigen und Freunden zum Streit um die rechtmäßige Nachfolge. Die einen sind davon überzeugt, dass nur ein Verwandter des Propheten dazu befähigt ist, dessen Nachfolge anzutreten, während die anderen den Fähigsten wählen wollen. Die Gemeinschaft der Gläubigen zerfällt in die Anhänger von Mohammeds Schwiegersohn und Neffen Ali, die "Schiat Ali", die Partei Alis - als Schiiten bekannt - und die Gruppe der Sunniten, zu der heute die Mehrzahl der Muslime gehört.

Doch hinter dem religiösen Konflikt stehen auch politische Interessen. Längst ist der Kampf um Mohammeds Erbe zu einem Kampf um die Vormacht in der islamischen Welt zwischen dem sunnitisch geprägten Saudi-Arabien und dem von Schiiten beherrschten Iran geworden.

Auch die westliche Welt hat ihren Anteil an den Konflikten. Nach der Zerschlagung des Osmanischen Reiches zu Beginn des 20. Jahrhunderts teilen Frankreich und Großbritannien den Bereich nach ihren eigenen wirtschafts- und machtpolitischen Interessen auf. Es entsteht ein Flickenteppich aus Staaten, der keine Rücksicht auf die Verteilung von Ethnien und religiösen Strömungen in der Region nimmt. "Mohammeds Erben" spürt die entscheidenden Momente in der Geschichte des Islam nach. Sie bestimmen die Geschicke der Länder des Nahen und Mittleren Ostens bis heute.

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