Melodienkönig des Ostens

Melodienkönig des Ostens

Der Komponist Gerd Natschinski, geboren 1928 in Chemnitz, zählte zu den populärsten Komponisten der DDR. Anfangs hatte er sich dem Schlager verschrieben. Hits schüttelte er förmlich aus dem Ärmel, stets dominierte ein musikalischer Grundeinfall, der sich leicht bei den Leuten einprägte. Erinnert sei u. a. an die Schlager "Damals" und "Treu sein" , "Zwei gute Freunde" oder "Du hast nen kleinen Mann im Ohr" (Michaela Kreisler/Rolf Ludwig). "Weiße Wolken, blaues Meer und du" , "Molto bene" und "Du bist die Schönste von allen" . Eins seiner Chansons, "Die Rose war rot", hatte wahrscheinlich die meisten Interpreten in der DDR.

Schon mit zwanzig startete er seine Karriere, gründete in Leipzig ein großes Unterhaltungsorchester und dirigierte regelmäßig Rundfunk-Live-Sendungen beim MDR/Sender Leipzig (150 Bandaufnahmen). Die DEFA wurde auf ihn aufmerksam. Er komponierte sowohl für Dokumentar- als auch Spielfilme. Genannt seien "Carola Lamberti" , "Alter Kahn und junge Liebe" , "Revue um Mitternacht", "Meine Frau macht Musik", "Der Mann mit dem Objektiv", "Reise ins Ehebett", "Ein Lord vom Alexanderplatz" , "Der Mann, der nach der Oma kam" und der Kinderfilm "Blaue Wimpel im Sommerwind" (darin das Lied "Die Heimat hat sich schön gemacht"). Für den Film "Heißer Sommer" komponierte er die Musik gemeinsam mit seinem Sohn Thomas. 70 Filmmusiken gehen auf sein Konto.

1952 wurde ihm das Große Unterhaltungsorchester des Berliner Rundfunks anvertraut. Genau in dieser Zeit vervollständigte er seine Kenntnisse als Meisterschüler von Hanns Eisler an der Akademie der Künste. Dass er den legendären Hanns Eisler kennt, ist ein großes Pfund.

In den 1960er-Jahren wendete sich Natschinski seinem Favoriten zu, dem Musiktheater. "Messeschlager Gisela" (1960), "Servus Peter" (1961), "Mein Freund Bunbury" (1964) entstanden. Zahlreiche Musicals folgen bis in die späten 1980er-Jahre. Für den Komponisten Natschinski interessiert man sich auch im Westen. So brachte das ZDF sein Musical "Mein Freund Bunbury" mit Rex Gildo auf den Bildschirm. Der WDR verpflichtet ihn seit 1986 regelmäßig als Dirigenten.

Sein Sohn Thomas ist ebenfalls ein bekannter Komponist. Erst wirkte er im Oktoberclub, gründete das "Team 4", schrieb Titel für zahlreiche Schlagersänger und arbeitet vorwiegend für den Film.

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