Meine Schwester, meine Feindin

Meine Schwester, meine Feindin

Den Ausschlag für die Reportage gibt ein Treffen der RTL-Reporterin mit Dina Taalat, der ägyptischen Star-Bauchtänzerin. In dem Luxushotel, in dem diese anlässlich einer Hochzeit auftritt, erfährt Antonia Rados, dass diese schillernde und extrovertierte Persönlichkeit der profanen ägyptischen Gesellschaft eine ältere Schwester hat, die einen ganz anderen Lebensweg genommen hat. Antonia Rados trifft in den Folgemonaten die beiden Schwestern immer wieder, einzeln und zusammen, und begleitet sie in ihren so unterschiedlichen Umfeldern. Pars pro Toto bildet sie ab, wie groß die Kluft zwischen dem weltlichen-westlichen und dem zunehmend radikalisierten religiösen Teil der ägyptischen Gesellschaft geworden ist. In der ersten Hälfte der Dreharbeiten ist es die Bauchtänzerin, die unter den gegebenen politischen Verhältnissen zu leiden hat. Präsident Mursi ist trotz aller Unruhen an der Macht, mit seiner Muslimbruderschaft setzt er Gesetze durch, die auch die Rechte der Frauen beschneiden. Dina verliert lukrative Jobs, die Angst vor einem Gottesstaat ist allgegenwärtig. Im Zuge der sich ausbreitenden Islamisierung begleitet die RTL-Reporterin die Bauchtänzerin u.a. bei ihren verbliebenen Show-Auftritten. Dann, am 3. Juli 2013, wird Mursi gestürzt, die Militärs übernehmen die Macht im Land. Mit dieser politischen Zäsur verändern sich schlagartig auch die Lebensbedingungen für Rita, der Salafistin mit dem Gesichtsschleier. Nun ist sie es, die sich klein machen muss, denn die Religiösen im Land haben nach dem kurzen Hoch nun einen umso schwereren Stand. Die Dreharbeiten geraten dadurch kurzzeitig ins Stocken. Am Ende gelingt es Antonia Rados, sich mit Rita wieder zu treffen. Die Mutter der zwei verschiedenen Frauen, die in den USA lebt, kommt schließlich zu Besuch nach Kairo. Als die Dreharbeiten abgeschlossen sind, blickt Antonia Rados auf ein unruhiges Jahr in Ägypten zurück: 'Die Schwester sind beide starke Persönlichkeiten. Sie hassen und sie lieben sich, beäugen und misstrauen einander, versuchen die jeweils andere zu bekehren. Dabei lassen sich weder Rita noch Dina abbringen von ihrer Haltung. Dieser verbissene Konflikt zwischen der Bauchtänzerin und der Salafistin ist typisch für den Riss quer durch Ägypten.'

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