Mein wunderbares Ich - Der andere Alltag in 'Second Life'

Mein wunderbares Ich - Der andere Alltag in 'Second Life'

Sie sieht aus wie ein Fotomodell und führt ein perfektes Leben: Pleja Plessis wohnt auf der Trauminsel 'Harmonie' in einem luxuriösen Haus und hat kürzlich ihre große Liebe Bairon Brewer auf Schloss Neuschwanstein geheiratet. Als Hochzeitsgeschenk bekam sie von ihrem Nachbarn Goldie LeSuere einen Katamaran. Ihren muskulösen Ehemann Bairon hatte Pleja erst wenige Monate zuvor kennengelernt, und obwohl sie ihn nie im wirklichen Leben getroffen hatte, zitterten ihre Hände vor Aufregung, als sie ihr Jawort online in den Computer tippte. Pleja Plessis ist eine Bewohnerin der digitalen Kunstwelt 'Second Life', in der sich weltweit über acht Millionen Benutzer ein virtuelles zweites Leben aufbauen und ihre Träume verwirklichen können. Pleja heißt im wirklichen Leben Sabine. Sie ist 33, lebt in einem kleinen Ort bei Münster und ist seit einigen Monaten arbeitslos. Ihr 'virtuelles Ich', den sogenannten Avatar ('Spielfigur') hat sich Sabine nach ihren individuellen Vorstellungen wunderbar selbst erschaffen, um 'endlich Ich' zu sein. Ein Gefühl, das viele 'Second Life' Bewohner haben. Sei es der in das Leben von Delfinen versunkene Markus oder der Altenpfleger Tugrul, der Animation studiert hat und in 'Second Life' als Filmregisseur und Modedesigner auftritt. Oder Goldie LeSuere, ein stets gut gekleideter Wolf Avatar, der im richtigen Alltag Stephan Keisers heißt und durch 'Second Life' eine steile berufliche Karriere in China gemacht hat. Manchmal können sie es selber nicht begreifen, aber innerhalb kürzester Zeit hat sich die Welt der 'Second Life' Nutzer so erweitert, dass sie auf dieses Rollenspiel kaum noch verzichten wollen. Der Film 'Mein wunderbares Ich' von Susanne Jäger vermittelt erstmals einen sehr persönlichen und intensiven Einblick in das tägliche Leben der Avatare und zeigt sensibel, wer sich hinter ihnen 'verbirgt'. Dabei geht der Zuschauer mit den Protagonisten auf die Reisen ihres ersten und zweiten Lebens, und manchmal fragt er sich: Was ist echt? Und wer bin ich?

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