mareTV: Santorin - Die Schöne auf dem Pulverfass

mareTV: Santorin - Die Schöne auf dem Pulverfass

Der Archipel Santorin ist ein Schmuckstück, liegt aber auf einem Pulverfass. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Vulkan, aus dessen Kraterrand diese Inselwelt besteht, wieder ausbricht. Seit Januar 2011 rumort es wieder bedrohlich unter dem Archipel. Die Geologin Evi Nomikou hat das mithilfe von Satellitenbildern festgestellt. Regelmäßig umkreist sie mit ihrem Team die aus dem Wasser ragenden Vulkankegel, um Veränderungen festzustellen. Auf Santorin geht ohne Maulesel gar nichts. Seien es die Restaurant-Terrassen über dem Abgrund von Oia, die Hotels an den atemberaubenden Klippen von Imerovigli oder Firostefani, nur mithilfe der störrischen Kletterkünstler waren diese gewagten Bauwerke möglich. Antonis Vlachos hat zehn kräftige Maulesel, die für ihn arbeiten. Mit ihnen transportiert er nahezu alles: Steine, Lebensmittel oder die typische blaue Farbe für die Kirchenkuppeln. Der Fackelbauer Ilias Karamolegos fiebert seit Monaten dem größten Fest des Jahres entgegen. Das griechisch-orthodoxe Osterfest ist vor allem in seinem Dorf Pyrgos ein Spektakel. Am Karfreitag wird Ilias 10.000 selbst gebaute Fackeln verteilen und entzünden. Santorin ist ein Touristenmagnet, bis zu fünf Kreuzfahrtschiffe laufen die Inseln täglich an. Dabei gibt es für sie hier gar keinen Hafen, nur einen schmalen Betonkai. Ohne die Bruderschaft der Tenderboot-Fahrer kommt kein Gast ans Ufer. Dimitris Sigalas ist in der Hauptsaison jeden Tag mit seinem Boot unterwegs, manchmal 24 Stunden lang. Der Weinanbau auf Santorin ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit: Ständig weht dort ein scharfer Wind, die heiße Sonne brennt, es gibt wenig Regen und viel zu steile Hänge. Der Weinbauer Giorgos Gavalas hat es nicht leicht. Doch er weiß, wie man es macht. Die Weinstöcke werden flach am Boden gehalten und hinter kleinen Erdhäufchen zu kreisförmigen Kringeln gebunden. So speichern sie die Feuchtigkeit und sind gegen den Wind geschützt.

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