makro: Hungriges Indien

makro: Hungriges Indien

'Es hat dieses Jahr zu wenig geregnet, deshalb wird die Ernte nicht so gut', erklärt Bachan Das, während er das Unkraut in seinem Linsenfeld entfernt. Der Kleinbauer bewirtschaftet mit seinem Vater und seinem Bruder ein kleines Stück Land in dem Dorf Mahamadi im nordindischen Bundesstaat Bihar. Der 22-Jährige pflanzt Weizen, Linsen und Erbsen an, um die ganze Familie zu ernähren. Bachan arbeitet zusätzlich bei einem Bauern im 1.300 Kilometer entfernten Punjab, verdient dort rund 100 Euro im Monat. 'Länger als acht Monate halte ich es in Punjab nicht aus, dann muss ich wieder nach Hause', erzählt er. Wie Bachan geht es vielen Landwirten in Indien. Trotz fruchtbarer Böden und mehrerer Ernten im Jahr ist die Agrarwirtschaft vielerorts extrem inneffizient. Ein Problem, denn die stark wachsende Bevölkerung braucht immer mehr Lebensmittel. Im Jahr 2050 wird Indien mit 1,6 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Welt sein. Wichtig für Wachstum und Wohlstand ist, dass Indien seine Einwohner dann auch ernähren kann. Schon heute haben 300 Millionen Menschen nicht genug zu essen. Dabei gibt es eigentlich genügend Lebensmittel. Doch ein großer Teil verrottet bereits auf den Feldern oder auf dem Weg zu den Märkten. Schuld daran sind fehlende oder schlechte Verpackungen, falsche Lagerung, fehlende Kühlung und zum Teil katastrophale Transportbedingungen. Die Regierung setzt zur Lösung des Problems auf innovative Technik. Firmen aus der Lebensmittelverarbeitung und der Verpackungsindustrie sollen sich im Land ansiedeln. Internationale Handelsunternehmen wie Walmart und Metro drängen zudem auf den indischen Markt und wollen moderne Großmärkte bauen. Außerdem sollen die Bauern durch intelligente Bewässerungssysteme, bessere Informationen und Ausbildung mehr produzieren können. 'makro' berichtet über die Wirtschaftslage in Indien.

Bewertung

0,0   0 Stimmen