Mädchenarrest

Mädchenarrest

GesellschaftsreportageD  

Die Mädchen in der Jugendarrestanstalt Wetter bei Hagen sind zu jung für das Gefängnis und werden trotzdem schon mit Härte und Haft bestraft. Die Jüngsten hier sind 14, sie kommen häufig aus armen Familien, haben keine gute Ausbildung. Viele von ihnen sind Gewalt gewohnt. Ob wegen Diebstahl, Körperverletzung oder Schule schwänzen: In Wetter hat sich die Zahl der Einlieferungen in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Die Zellen sind voll, denn Arrest ist kostengünstig: Keine Begleitung auf Dauer, nach wenigen Wochen vorbei. Wegschließen und auf den Schockeffekt hoffen, das fordern die Hardliner der Republik für diese Mädchen. Doch was passiert mit ihnen während der Haft? Der Film begleitet sie vor, während und nach dem Arrest: Nadine, zum Beispiel, ist 16. Sie hat geklaut und muss sechs Wochen in Wetter bleiben. Ihr acht Wochen altes Baby wartet im Mutter-Kind-Heim und bei der Großmutter auf sie. Was bringt der Arrest für sie? Oder Josy, die in Wetter zum ersten Mal über ihre wirklichen Probleme spricht. Als sie wieder frei und zu Hause ist, wünscht sie sich in den Arrest zurück. Mädchenarrest: Erziehung oder nur Bestrafung? Ein Film über die Frage, was der Staat noch tun kann, wenn die Kinder aus dem Ruder laufen und zu Hause keiner da ist.

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