Mädchen im Schaufenster

Mädchen im Schaufenster

Holland, in den späten 50er Jahren. Gemeinsam mit vielen Landsleuten verschlägt es den jungen Italiener Vincenzo (Bernard Fresson) in die fernen Niederlande, wo er sein Geld in einer Kohlengrube verdient. In 1035 Meter unter Tage ist die Arbeit beschwerlich. Die Kumpels schuften in stickiger Luft, kein Mensch schert sich um die Sicherheitsbestimmungen. Nach einem Beben bricht der Stollen ein, Vincenzo wird zusammen mit dem Vorarbeiter Federico (Lino Ventura) verschüttet. Erst nach mehreren Tagen können die Bergmänner gerettet werden. Erleichtert über diese 'Wiedergeburt', begleitet Vincenzo seinen Kumpel ins Amsterdamer Rotlichtviertel, wo käufliche Mädchen in Schaufenstern posieren. Federico spielt sich großspurig als Frauenversteher auf, um seinem schüchternen Landsmann jede Menge guter Ratschläge zu erteilen. Vincenzo ist jedoch nur von einem Mädchen fasziniert: der hübschen Else (Marina Vlady). Nach einem gemeinsamen Wochenende am Meer gibt sie ihm zu verstehen, dass sie von ihrem Dasein als Prostituierte genug hat - sie will heiraten. Vincenzo steht vor einer schweren Entscheidung. Diese ungewöhnliche Mischung aus Melodram und neorealistischer Sozialstudie verblüfft durch die genaue Milieuschilderung des niederländischen Kohlenreviers und des Amüsierviertels von Amsterdam. Pier Paolo Pasolinis wirkte am Drehbuch mit. Lino Ventura und der französische Charakterschauspieler Bernard Fresson arbeiten sich als gegensätzliche Typen förmlich aneinander ab. Die damals 22-jährige Marina Vlady, bekannt aus Godards '2 oder 3 Dinge, die ich von ihr weiß', verkörpert das Objekt der Begierde.

Bewertung

0,0   0 Stimmen